Stand: 22.04.2020 17:28 Uhr

Bakterium ist Ursache für Blaumeisen-Sterben

Eine Blaumeise sitzt auf einem Ast. © dpa Foto: Patrick Pleul
So sieht eine gesunde Meise aus. Die erkrankten Tiere sind laut NABU aufgeplustert und wirken apathisch.

Die Ursache für den Tod ungewöhnlich vieler Blaumeisen in den vergangenen Wochen ist gefunden. "Die bei uns untersuchten Tiere sind alle an einer Lungenentzündung gestorben, für die das Bakterium Suttonella ornithocola der Auslöser war", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) am Mittwoch. Der Erreger sei jeweils aus den inneren Organen der Tiere isoliert worden, hieß es von der Behörde.

Infektion in Ammerland und Diepholz nachgewiesen

Der Naturschutzbund (NABU) hatte zuletzt dazu aufgerufen, tote oder erkrankte Meisen zu melden und Fotos einzusenden. Innerhalb von nur zwölf Tagen sind den Naturschützern zufolge deutschlandweit 13.800 Fälle gemeldet worden, die etwa 26.000 Vögel betrafen. Nach Angaben der Wissenschaftler vom LAVES konnte die Infektion aktuell in den Landkreisen Ammerland und Diepholz nachgewiesen werden.

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NABU bittet weiter um Mithilfe

Ein Gefährdungspotenzial für Menschen oder andere Tiere scheine nicht zu bestehen, hieß es, allerdings unter Verweis auf eine noch dünne Datenlage. Auch der NABU sieht keine Gefahr für Mensch und Haustier. Jedoch sei nicht auszuschließen, dass Vögel auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten. Somit sei im Umgang mit den toten Tieren immer Vorsicht geboten. Um das Ausmaß und die Ausbreitung weiter ermitteln zu können, sollen Fälle weiterhin über das Online-Formular gemeldet werden.

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Hallo Niedersachsen | 22.04.2020 | 19:30 Uhr

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