Stand: 16.07.2019 07:41 Uhr

Bahnmitarbeiter will Lok mit Auto von Gleis ziehen

Nach einem missglückten Rangiermanöver hat ein Bahnmitarbeiter versucht, die Lok selbst abzuschleppen. (Symbolbild)

Im Bahnhof Westerstede-Ocholt (Landkreis Ammerland) sind in der Nacht zu Montag gleich zwei Rangiermanöver nacheinander gründlich schiefgelaufen - das blieb auch der Polizei nicht verborgen. Am frühen Morgen erreichte sie der Anruf eines Anwohners: Es stehe ein Auto im Gleisbett. Da gehört es natürlich nicht hin und die Beamten machten sich auf den Weg.

Die Beamten nehmen es mit Humor

Am Bahnhof angekommen, empfängt die Polizisten ein Lokführer. Was der zu berichten hat, bringt die Beamten mehr als zum Schmunzeln, wie es in der Polizeimeldung heißt. Er habe erzählt, dass es sich bei dem Auto um den Pkw des Fahrdienstleiters handelt. Zunächst habe dieser eine E-Lok auf ein Gleis geleitet, dass über keine Oberleitung verfügt. Die Lok hatte demnach keinen Strom und konnte nicht weiterfahren. Der Bahnmitarbeiter hätte eine zweite Lok einsetzen müssen, um das stromlose Fahrzeug bewegen zu können. Offenbar sei dem Mann dies aber zu aufwendig gewesen. Da fiel ihm die vermeintlich einfache Lösung ein: sein Auto.

Gummi auf der Schiene

Der Mann gab Gummi auf der Schiene und kam eine ganze Wagenlänge weit. Dann gerieten alle Räder zwischen die Gleise, das Auto blieb stecken und gesellte sich als fahrunfähiges Fahrzeug Nummer zwei zur Lok. Schnell war klar: Da muss ein professioneller Abschlepper her. Der rückte mit einem Kran an und hob das Auto aus dem Gleisbett. Schließlich musste dann doch noch die zweite Lok anrollen - eine, die von einem Dieselmotor angetrieben wird.

Fall wird "intern aufgearbeitet"

Ein Bußgeld oder ein Strafverfahren drohen dem Fahrdienstleiter nach Angaben der Polizei nicht. Der Vorfall passierte um kurz nach Mitternacht und damit zu einer Zeit, in der es im Bahnhof Westerstede-Ocholt keinen Zugverkehr mehr gibt - es bestand keine Gefahr für Reisende. Laut einer Bahnsprecherin wird der Fall intern aufgearbeitet. Was das konkret bedeutet, verriet sie aber nicht.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.07.2019 | 12:00 Uhr

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