Stand: 15.09.2020 17:25 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Baby totgeschüttelt: Acht Jahre Haft für Täter

Ein Angeklagter betritt zusammen mit seinem Verteidiger einen Gerichtssaal. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam
Mit dem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Das Landgericht Oldenburg hat einen 33 Jahre alten Mann wegen des gewaltsamen Todes eines Babys zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Es folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Kammer sieht es als erwiesen an, dass der Verurteilte den zweieinhalb Monate alten Säugling im März 2018 in Wilhelmshaven durch heftiges Schütteln so schwer verletzte, dass es drei Wochen später auf der Intensivstation starb. Der Mann hatte während des Prozesses bestritten, das Kleinkind tödlich verletzt zu haben. Die Verteidigung forderte einen Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Diagnose: Schütteltrauma

Anfang März 2018 hatten Ärzte in einem Wilhelmshavener Krankenhaus bei dem Baby einen schweren Hirnschaden diagnostiziert. Zuvor hatte ein Arzt die Familie mit Verdacht auf ein Schütteltrauma in die Klinik geschickt. Die Frau hatte an dem besagten Tag gearbeitet, ihr damaliger Verlobter, der nicht der leibliche Vater des Kindes war, die Vaterschaft aber anerkannt hatte, war an dem Tag für die Versorgung des Jungen zuständig. Ein Sachverständiger bestätigte später die Diagnose. Das Gutachten sei maßgeblich für die Urteilsfindung gewesen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 15.09.2020 | 17:00 Uhr

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