Stand: 23.08.2019 15:38 Uhr

Asbest in Westerstede? Gutachter geben Entwarnung

Nach dem Brand einer Tennishalle am Montag in Westerstede (Landkreis Ammerland) haben Gutachter leichte Entwarnung gegeben. Der heutzutage nicht mehr verwendete gesundheitsschädliche Baustoff habe sich nicht weit über Westerstede verteilt, sagte eine Stadtsprecherin NDR 1 Niedersachsen.

Asbest wird abgesaugt

Für Reinigungsarbeiten bleibt das mehrere Fußballfelder große Areal aber noch einige Tage gesperrt. Betroffen sind die Brandstelle, das Waldstadion, der Hössenwald und Teile der Ammerland-Klinik. Hier werden gefundende Asbestteile abgesaugt. In der Klinik gibt es eine Prioritätenliste, was zuerst gereinigt werden muss. So können nach und nach auch die Lüftungen wieder angestellt und Fenster geöffnet werden. Der Hubschrauberlandeplatz bleibt weiterhin gesperrt, um keinen weiteren Staub aufzuwirbeln. So lange kann der Hubschrauber auf dem Flugplatz im benachbarten Felde landen, so ein Kliniksprecher.

Technischer Defekt löste Feuer aus

Ursache für das Feuer war ein technischer Defekt. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Ein Fremdverschulden schlossen die Beamten aus. Den entstandenen Schaden schätzen sie auf rund 800.000 Euro.

Einschränkungen in der Ammerland-Klinik

Die für die Gefahrenabwehr zuständige Stadt Westerstede hatte vorsorglich größere Areale abgesperrt, nachdem an einigen Stellen Asbest gefunden worden war. In der Ammerland-Klinik war in medizinischen Bereichen vorsorglich die Lüftungsanlage abgestellt worden. Die Patienten könnten aber weiterhin medizinisch versorgt werden, sagte ein Kliniksprecher.

Asbest: Eigenschaften und Gesundheitsgefahren

Da Asbest außerordentlich hitze- und weitgehend chemikalienbeständig ist, wurde er in der Vergangenheit im Baubereich häufig genutzt. Die Faserstruktur macht Asbest jedoch bei der Gewinnung, Verwendung und Entsorgung gefährlich. Die sehr feinen Fasern können mit der Atemluft in den Körper gelangen und lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Die von Asbest ausgehenden Gesundheitsgefahren führten 1995 zu einem Verbot von Asbestprodukten in Deutschland. (Quelle: Umweltbundesamt)

Proben werden untersucht

Noch am Donnerstag war ein Wohngebiet überprüft worden, über das die Rauchwolke gezogen war. "Die Sicherheit steht im Vordergrund", sagte Bürgermeister Klaus Groß (FDP). Vom ursprünglichen Brandherd gehe keine Gefahr mehr aus. Die Stadt hat die Menschen aufgerufen, Brandrückstände zu melden, falls sie welche entdecken.

Möglicherweise auch Schaulustige betroffen

Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch Menschen Asbest eingeatmet hätten. Beim Brand habe es trotz Warnungen viele Schaulustige gegeben, die von der Polizei vertrieben werden mussten, sagte eine Sprecherin der Stadt Westerstede.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.08.2019 | 13:30 Uhr

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