Stand: 09.07.2020 16:30 Uhr

Arbeiter-Unterkünfte: Landkreise finden kaum Mängel

Marode Fenster einer Schlachthelfer-Unterkunft.
Die Mängel in Unterkünften von Werksarbeitern der Fleischindustrie sollen gravierend sein. Die Landkreise im Nordwesten haben bei Kontrollen nur wenig zu beanstanden. (Themenbild)

Die Zustände in Unterkünften von Werkvertragsarbeitern fleischverarbeitender Betriebe werden seit Langem kritisiert: zu klein, zu dreckig, nicht bewohnbar. Das ist nicht nur im Hinblick auf den Infektionsschutz in Corona-Zeiten problematisch. Daher führen die Landkreise im Nordwesten Niedersachsens offenbar Kontrollen durch, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Auf Nachfrage des Senders teilten die Landkreise Oldenburg, Vechta und Cloppenburg mit, dass bis dato bei den Besuchen durch Kontrolleure wenige Mängel festgestellt worden seien. Und diejenigen, die festgestellt worden seien, hätten die Eigentümer beseitigt.

Gewerkschaft NGG kritisiert Landkreise

Die Gemeindeverbände wiesen allerdings darauf hin, dass die Kontrollen aus rechtlichen Gründen lediglich in unregelmäßigen Abständen durchgeführt werden könnten. Bei den Wohnungen handele es sich um private Bereiche. Dem widerspricht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Ein Sprecher sagte, die Landkreise seien sehr wohl in der Lage und dazu befugt, intensiver zu kontrollieren. Sie täten es bloß nicht.

Weitere Informationen
Schweine hängen kopfüber in einem Schlachthof. Daneben ein Mitarbeiter mit Messer. © dpa-Bildfunk Foto: Ingo Wagner

Werkverträgler: "Von Infektionsschutz keine Rede"

Volle Transportbusse, überbelegte Unterkünfte: Die Situation der Werkverträgler in der Fleischindustrie bietet ideale Bedingungen für die Ausbreitung des Corona-Virus, beklagt Daniela Reim. mehr

Eine Wand mit Schimmelbefall in einem Schlafzimmer © Florian und Peter Kossen Foto: Florian und Peter Kossen

Kossen-Brüder beklagen Schimmelzimmer für Arbeiter

Kleine Zimmer, Schimmel an den Wänden: Der Arzt Florian Kossen hat eine Arbeiterunterkunft in Goldenstedt besucht. Er kritisiert mit seinem Bruder Peter die Wohnbedingungen heftig. mehr

Prälat Peter Kossen (li) und Dr. Florian Kossen (re). © Privat

"Arbeiter werden benutzt und entsorgt"

Pfarrer Peter Kossen und sein Bruder, der Arzt Florian Kossen, prangern in einem Protestbrief menschenunwürdige Verhältnisse in der Fleischindustrie im Landkreis Vechta an. mehr

Weitere Informationen zun Corona in Norddeutschland
Greifswald: Menschen warten vor dem Impfzentrum des Landkreises Vorpommern-Greifswald an einem Schild mit der Aufschrift "Ab hier noch ca. eine Stunde". © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/dpa

Corona-Blog: "Riesenandrang" bei Sonderimpfaktionen in MV

Erneut konnten sich in zwei Landkreisen Menschen über 60 ohne Termin impfen lassen - nur Geduld brauchten sie. Der Sonnabend im Blog. mehr

Eine Person steckt einen Tupfer mit einem Rachenabstrich in ein Teströhrchen. © picture alliance Foto: Hendrik Schmidt

Corona in Niedersachsen: 1.734 neue Infektionen und elf Tote

Nachdem die Inzidenz während des Osterwochenendes gesunken war, steigt sie jetzt wieder an und liegt aktuell bei 94,7. mehr

Menschen stehen an einem Wochenende in einer Schlange in einer Fußgängerzone. © picture alliance/dpa Foto: Andreas Arnold

Corona: Bund-Länder-Runde abgesagt, mehr Kompetenz für Bund

Das Infektionsschutzgesetz soll geändert werden, damit der Bund bei Inzidenzen über 100 die Regeln vorgeben kann. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 09.07.2020 | 13:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, spricht bei einer Pressekonferenz. © picture alliance/dpa/Moritz Frankenberg Foto: Moritz Frankenberg

Weil gibt sich entspannt - und sieht den Bund in der Pflicht

Der Bund soll sich mehr bei der Impfstoffbeschaffung für Kinder einsetzen, fordert Niedersachsens Regierungschef. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen