Stand: 12.01.2018 15:17 Uhr

Angst vor Schweinepest: Vechta rüstet sich

In Niedersachsen bereiten sich Landwirte und Experten auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Die Veterinärbehörden im Landkreis Vechta, der als ein Zentrum der Schweinezucht in Deutschland gilt, wollen für den Fall des Ausbruchs ein Lagezentrum einrichten und die Region weiträumig absperren. Die Jäger im Landkreis lassen bereits alle erlegten oder verendeten Wildschweine auf das Virus untersuchen.

Bauernverband fürchtet Milliardenverluste

Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet Verluste von bis zu drei Milliarden Euro, sollte das Virus in Deutschland ausbrechen. Schon der Nachweis bei Wildschweinen hätte laut DBV-Vizepräsident Werner Schwarz ein Exportverbot in Länder außerhalb der EU und einen "dramatischen Preisverfall" zur Folge. 2016 wurden nach DBV-Angaben mehr als 800.000 Tonnen Schweinefleisch- und Nebenprodukte in Drittländer exportiert. Der Verband fordert daher ein "bundeseinheitliches Vorgehen in der Seuchenprävention" sowie "Unterstützung von Bund und Ländern".

3,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte am Mittwoch die Bereitstellung von 3,5 Millionen Euro angekündigt. Das Geld soll dabei in erster Linie für die Verringerung der Bestände von Wildschweinen durch stärkere Bejagung verwendet werden. Der DBV plädiert dafür, dass 70 Prozent der Wildschweine vorsorglich abgeschossen werden. Der Deutsche Tierschutzbund hält dies nach eigenen Angaben für "Panikmache", der Massenabschuss von Wildschweinen werde "ohne wissenschaftliche Grundlage" gefordert, heißt es in einer Mitteilung.

Keine Medikamente

Zahlreiche Neu-Infektionen in Osteuropa hatten in den vergangenen Tagen die Sorge verstärkt, die Seuche könnte nach Deutschland übergreifen. Bislang stehen keine Medikamente zur Verfügung, um die Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen. Bei ihr handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die bei Wild- und Hausschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich endet. Sie breitet sich über Wildschweine aus. Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.01.2018 | 13:00 Uhr

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