Stand: 11.10.2018 15:38 Uhr

Angriff auf Wildpinkler: "Hand war voller Blut"

Vor dem Landgericht Oldenburg hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 30-Jährigen wegen versuchten Totschlags begonnen. Er soll sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft im März so sehr über einen Jugendlichen geärgert haben, dass er diesem ein Messer in den Rücken rammte. Das zum Tatzeitpunkt 17-jährige Opfer soll in der Innenstadt gegen eine Hecke gepinkelt haben. Er kam lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus, der 30-Jährige sitzt seit seiner Festnahme im Frühjahr in Untersuchungshaft. Er habe den Tod des 17-Jährigen in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin bei der Anklageverlesung.

Der Angeklagte hält sich einen Order über das gesicht neben ihm sein Verteidiger.

Messerattacke wegen Pinkelns: Prozess beginnt

Hallo Niedersachsen -

Vor dem Oldenburger Landgericht muss sich ein Mann verantworten, weil er einem 17-Jährigen ein Messer in den Rücken gerammt haben soll. Der Jugendliche hatte gegen eine Hecke gepinkelt.

5 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Befragung des Geschädigten und weiterer Zeugen

Der 30-jährige Angeklagte wollte sich am ersten Prozesstag nicht zu den Vorwürfen äußern. Aber das mutmaßliche Opfer, auch Nebenkläger im Verfahren, schilderte seine Sicht. Er sei mit Freunden unterwegs gewesen, fünf bis sechs Bier hatte jeder von ihnen getrunken. Unter Tränen schilderte er, was dann geschah. Demnach stand vor dem Lokal eine lange Schlange, die Biere taten dazu ihre Wirkung in den Blasen der jungen Männer. Also seien sie zu einem Parkplatz in der Nähe gegangen, um dort an eine Hecke zu urinieren. Dort habe sie der Angeklagte entdeckt.

Folgen bis heute spürbar

Es folgte zunächst ein Wortgefecht, so der 17-Jährige weiter. Dann kam die Attacke. "Auf einmal wurde es warm an der Seite", so der heute 18-Jährige. "Ich habe hingefasst, die Hand war voller Blut." Er musste nach der Attacke in der Innenstadt im März mehrmals operiert werden. Die Folgen seien bis heute spürbar: Er traue sich abends alleine nicht mehr vor die Tür.

Wildpinkel-Prozesse in Bremen und Hamburg

Dass Wildpinkler den Zorn von Passanten oder Anwohnern auf sich ziehen, kommt immer wieder vor. Im Sommer bedrohte ein 39-Jähriger in Hamburg einen Mann, der sich an einem Baum in der Nähe einer S-Bahn-Station erleichtert hatte, mit einer Schreckschusswaffe und feuerte zweimal auf den Boden. In Bremen steht zurzeit ein 46-Jähriger vor Gericht, weil er einen Mann bewusstlos geschlagen haben soll. Dieser hatte den 46-Jährigen zuvor darauf angesprochen, dass er auf einen Gehweg uriniert hatte.

Weitere Informationen

Hamburg schickt mehr Polizisten auf Streife

In Hamburg sollen 100 Polizisten zusätzlich in den Stadtteilen Streife laufen. Die unbewaffneten Angestellten sollen sich vor allem um Falschparker und Wildpinkler kümmern. (12.07.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 11.10.2018 | 10:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

00:18
NDR Fernsehen

Warnstreik legt Hauptbahnhof Hannover lahm

10.12.2018 09:45 Uhr
NDR Fernsehen
03:44
Hallo Niedersachsen

Wie wird das jüdische Fest Chanukka gefeiert?

09.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen