Stand: 30.06.2020 20:15 Uhr

Andere Schlachter übernehmen Puten von Geestland

Mastbetrieb mit Puten © NDR Foto: Claus Halstrup
Weil bei Geestland zurzeit nicht geschlachtet werden kann, übernehmen das vorerst andere Betriebe. (Themenbild)

Nach einem Corona-Ausbruch beim Putenschlachter Geestland in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) wussten Züchter in Niedersachsen nicht, wohin sie Zehntausende Tiere bringen sollen. Inzwischen hat der Mutterkonzern von Geestland und Wiesenhof, die PHW-Gruppe, eine Alternative gefunden. In den kommenden zwei Wochen werden "andere Schlachtunternehmen uns die Puten zur Schlachtung abnehmen", sagte eine PHW-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. Am Freitag wurde der Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland stillgelegt, nachdem für die rund 1.100 Mitarbeiter und deren direkten Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde. Bei 1.183 Testergebnissen waren 46 Covid-19-Infektionen festgestellt worden.

VIDEO: Nach Schlachterei-Schließung: Puten-Mäster in Not (1 Min)

Geflügelzüchter sorgen sich um Platz in Ställen

Für die Tiere wäre ohne schnelle Lösung der Platz in den Ställen knapp geworden und die überwiegend männlichen Tiere zu aggressiv, hieß es zuvor vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die Gewerbeaufsichtsbehörde müsse nun den anderen niedersächsischen Putenschlachtbetrieben erlauben, mehr Tiere zu schlachten, hatte Präsident Friedrich-Otto Ripke am Montag gefordert. Nur so könnten die Geestland-Puten übernommen werden. Alle Tiere könnten indes nicht abgekauft werden, dafür seien es zu viele, so Ripke weiter. 40.000 Tiere pro Tag verarbeitet der Putenschlachter Geestland normalerweise.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 30.06.2020 | 17:00 Uhr

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