Stand: 09.12.2018 13:00 Uhr

All you need is Torf: Krippen aus dem Saterland

Das Material bröselt und das macht die Arbeit für Karl-Heinz Brinkmann nicht einfacher. Der Künstler aus dem Saterland in der Nähe von Cloppenburg stellt Krippen her und zwar aus einem ungewöhnlichen Stoff: Brinkmann benutzt getrockneten Weißtorf, der aus der Gegend stammt und dort punktuell auch abgebaut wird. Die Krippenbesetzung ist traditionell: Josef, Maria, der kleine Jesus, Esel, Ochse - und natürlich Schafe. Und die sind gar nicht so einfach zu bearbeiten. Die dünnen Beinchen machen Brinkmann oft zu schaffen.

Mit Zahnstocher für mehr Stabilität

Deshalb hat er sich einen Trick überlegt: Er nimmt einen handelsüblichen Zahnstocher und steckt das dünne Hölzchen durch jedes Bein. "Die geben Stabilität", sagt er. Beim Schnitzen lässt er Vorsicht walten, denn er arbeitet mit scharfen Klingen, wenn es an die Details geht. Davor leimt Brinkmann mehrere der sogenannten Torf-Soden zusammen. Mit einer Stichsäge arbeitet er anschließend die erste grobe Version heraus. Zum Schluss werden die Figuren dann ausgeschnitzt.

Grundierung gegen die Krümel

Damit die Krümelei unter dem Weihnachtsbaum nicht überhandnimmt, verwendet der Künstler eine Grundierung. Er arbeitet mit vielen Materialien, aber der etwa 2.000 Jahre alte Torf ist auch für ihn etwas ganz Besonderes. "Das ist schon beeindruckend", sagt er und fragt sich, was wohl passiert sein mag, damals, vor 2.000 Jahren. Zumindest eine Geschichte ist überliefert: Sie handelt von einem Ehepaar, das in Betlehem dringend eine Unterkunft sucht. Es ist so dringend, weil die Ehefrau hochschwanger ist. Den Rest kennen Sie hoffentlich.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 09.12.2018 | 19:30 Uhr

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