Stand: 16.11.2019 08:58 Uhr

Ärzte-Fehler: Hohes Schmerzensgeld für Achtjährige

Aktenordner liegen im Gericht auf dem Tisch der Richter. © dpa Foto: Carsten Rehder
Wegen ärztlicher Fehler bei der Geburt ist einem schwerstbehindertem Kind vom Oberlandesgericht Oldenburg ein hohes Schmerzensgeld zugesprochen worden. (Themenbild)

Einem schwerstbehinderten achtjährigen Kind aus Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) ist vom Oberlandesgericht Oldenburg ein Schmerzensgeld von 500.000 Euro zugesprochen worden. Den Ärzten eines Klinikums aus dem Landkreis Osnabrück waren bei der Geburt des Kindes Kunstfehler unterlaufen. Das Kind werde mit schweren Hirnschäden lebenslang auf fremde Hilfe angewiesen sein, teilte das Gericht am Freitag mit. Das Gericht verpflichtete die beklagte Klinik sowie eine Ärztin, dem Mädchen alle Schäden zu ersetzen, die ihm aus den groben Behandlungsfehlern entstanden sind oder zukünftig entstehen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Falscher Herzschlag

Laut Gericht war der Herzschlag des Mädchens vor der Geburt stark abgefallen. Ein Wehenschreiber hatte zeitweise keine Herzschläge von Mutter und Kind aufgezeichnet. Ein normaler Herzschlag sei demnach erst wieder nach zehn Minuten angezeigt worden. Fälschlicherweise hielten die Ärzte diesen für den Herzschlag des Kindes. Tatsächlich handelte es sich um die Herztöne der Mutter. Als die Mediziner den Fehler bemerkten, sei es bereits zu spät gewesen, so das Gericht. Das Kind hatte durch eine Sauerstoffunterversorgung einen schweren Hirnschaden erlitten.

Mehrere schwere Fehler

Nach Auffassung des Oldenburger Gerichts hätten Ärzte sich auf andere Weise vom Gesundheitszustand des Kindes überzeugen müssen. Zuvor hatte bereits das Landgericht Osnabrück weitere Fehler erkannt. Demnach hatte nach der Geburt die Reanimation nicht sofort begonnen, es lag kein Beatmungsbeutel bereit, die Maskenbeatmung war fehlerhaft und ein Notarzt war zehn Minuten zu spät erschienen.

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NDR//Aktuell | 15.11.2019 | 21:45 Uhr

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