Stand: 07.06.2015 20:47 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Abschiedstorte für Eisbären-Teenager "Lale"

von Matthias Schuch

"Lale" ist groß geworden. Das kleine weiße Fellknäuel, das in den vergangenen eineinhalb Jahren Tausende von Bremerhavener Zoobesuchern begeistert hat, ist inzwischen ein richtiger Eisbären-Teenager. Noch ist sie zwar deutlich kleiner als ihre Mutter "Valeska", mit der sie sich das Gehege teilt, hat aber durchaus schon mit den typischen Eisbären-Körperbau: große Pranken, langer Kopf, schlaksige Gliedmaßen. Und wie das bei Teenagern so üblich ist, gibt es inzwischen auch die ersten Reibereien auf der Eisbären-Anlage. Mutter und Tochter verstehen sich nicht mehr ganz so gut wie früher, hin und wieder kabbeln sich die beiden schon ganz gewaltig. Für Zoodirektorin Heike Kück ein klares Zeichen: "Lale" beginnt sich abzunabeln. Zeit für den Abschied.

"Lale" verschlingt die Eistorte

Am Sonntag wurde dieser besondere Umstand gebührend gefeiert. Rund 2.000 Besucher kamen in den Zoo, um der jungen Eisbärin "Tschüss" zu sagen. Der Hauptakteurin gefiel das offenbar gut. "Lale hat eine richtige Show abgezogen, sprang immer wieder ins Wasser", sagte Kück. Als besonderen Höhepunkt bekam "Lale" zwei Eistorten aus gefrorenem rohem Hering und Gemüse serviert, die sie ohne Zögern verschlang.

Auszug soll Inzucht verhindern

Dass die im Dezember 2013 geborene "Lale" nicht für immer in Bremerhaven bleiben würde, war schon lange klar. Auf Dauer wäre das Gehege im kleinen Zoo am Meer einfach zu eng für "Lale" und ihre Eltern "Valeska" und "Lloyd". Außerdem ist das Eisbären-Mädchen Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das das Überleben der gefährdeten Art sicherstellen und gleichzeitig Inzucht verhindern soll. Und das geht eben nur, wenn Jungtiere irgendwann ausziehen. So wie "Lale" jetzt.

Ein "besonderer Moment" für den Tierpfleger

Bei aller Rationalität kam bei den Mitarbeitern des Zoos auch etwas Wehmut auf. "Wenn man ein Tier so lange begleitet hat, ist das schon ein emotionaler Moment", sagte Tierpfleger Frank Schepps. Er wird "Lale" in ihr neues Zuhause im Zoo im niederländischen Emmen begleiten und sie dort auch aus der Transportkiste herauslassen. Laut Schepps wird Mutter "Valeska" rund drei bis vier Tage brauchen, um die Trennung zu verarbeiten. Danach - so hoffen die Verantwortlichen im Zoo - wird sie sich wieder ihrem Partner "Lloyd" annähern, damit es vielleicht schon bald erneut Eisbären-Nachwuchs in Bremerhaven gibt.

Eisbärinnen-WG in Emmen

Im Zoo Emmen wartet bereits eine neue Anlage auf "Lale", komplett mit großem Schwimmbecken, Kletterfelsen und Wasserfällen. Und eine Mitbewohnerin bekommt sie auch: Zusammen mit dem Eisbären-Mädchen "Noortje" aus dem Zoo in Mierlo wird "Lale" hier die kommenden Jahre verbringen, später sollen weitere Jung-Eisbärinnen im gleichen Alter dazukommen. Eine reine Mädchen-WG, in der die jungen Tiere artgerecht aufwachsen sollen, bis sie in rund zwei Jahren geschlechtsreif sind. Dann werden sie zur Zucht auf Tierparks in Europa verteilt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 27.03.2020 | 13:30 Uhr

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