Stand: 16.07.2020 20:57 Uhr

Abgeordnete unterstützen Oldenburger Unimedizin

Eine Frau geht durch einen Eingang neben dem steht: "ems - european medical school oldenburg-groningen" © Universität Oldenburg
Die European Medical School in Oldenburg macht schwere Zeiten durch. (Themenbild)

Mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete haben am Donnerstag ihre Unterstützung für den Ausbau des Medizin-Studiengangs in Oldenburg demonstriert. Sie trafen sich mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) und Vertretern der Universität. Gemeinsam forderten sie das Finanzministerium auf, die Ausbaupläne der länderübergreifenden European Medical School weiterhin finanziell zu unterstützen. Das Land hatte den dafür zunächst vorgesehen Zuschuss im Etatplan fürs nächste Jahr gestrichen.

VIDEO: Politiker kämpfen für European Medical School (1 Min)

Gemeinsames Papier von SPD- und CDU-Politikern

"Die Regierungskoalition in Hannover steht in der Pflicht, die European Medical School als öffentliche Hochschul-Einrichtung mit den nötigen Finanzen auszustatten", heißt es in einem gemeinsamen Papier mehrerer Politiker von SPD und CDU aus der Region. Nach Angaben der Stadt wurde in den Haushaltsberatungen ein Antrag über 80 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt des Forschungsgebäudes abgelehnt. Auch im Nachtragshaushalt fehle ein solcher Ansatz.

Modellstudiengang gegen Ärztemangel

"Wenn wir angesichts der demografischen Entwicklung und des drohenden Landarztmangels nicht gegensteuern, werden wir im Nordwesten Niedersachsens einen gewaltigen Ärztemangel bekommen", sagte Oberbürgermeister Krogmann dem NDR. Genau dieses Problem soll seit 2011 der Modellstudiengang an der European Medical School angehen. Sie ist eine Kooperation der Universitätsmedizin Oldenburg mit der Universität Groningen (Niederlande) und vier Kliniken.

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Marburger Bund: Universitätsmedizin muss bleiben

Zuvor hatte bereits der Niedersächsische Städtetag die Entscheidung der Landesregierung kritisiert. Die EMS trage maßgeblich zur Hausarztversorgung im Nordwesten Niedersachsens bei und dürfe nicht vom Land in Frage gestellt werden, sagte Städtetags-Präsident Ulrich Mädge. Zudem hatten der Ärzte-Verband Marburger Bund sowie die Ärztekammer Niedersachsen Unterstützung signalisiert. "Niedersachsen darf diese Zukunftsinvestition nicht verschlafen. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle", hatte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Andreas Hammerschmidt gewarnt.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 16.07.2020 | 18:00 Uhr

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