160 Millionen Euro: Niedersachsen investiert in seine Häfen

Stand: 14.10.2020 13:12 Uhr

Das Land Niedersachsen will seine Seehäfen aufwerten. Die Regierung plant, bis 2025 mindestens 160 Millionen Euro an die Standorte zu verteilen. Infrastruktur soll saniert und ausgebaut werden.

Landesregierung und Arbeitsgemeinschaft Seehäfen haben die Investitionspläne schon zu Papier gebracht. "Die Kapazität unserer Häfen ist mitentscheidend für das Wachstum der außenhandelsorientierten deutschen Wirtschaft", wird Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) in dem Regierungspapier zitiert. Demnach soll mit 56,3 Millionen Euro der größte Anteil dem Emder Hafen zugute kommen. Teuerstes Projekt ist die Sanierung der Großen Seeschleuse in Emden. Außerdem soll im Außenhafen ein neuer Liegeplatz für Großschiffe entstehen.

Schleusen-Sanierung bei laufendem Betrieb

Die Stadt Emden begrüßt die Pläne der Regierung. "Wir freuen uns sehr über die Zusage", sagte Stadtsprecher Eduard Dinkela. Die Große Seeschleuse ist 113 Jahre alt und 260 Meter lang. Ohne sie gibt es für Autofrachter und Kreuzfahrtschiffe keine Zufahrt zum Binnenhafen. Die Wartung sei aufwendig, weil das Tor auf Kufen laufe. Zudem müsse sie bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, heißt es beim landeseigenen Hafenbetreiber NiedersachsenPorts (NPorts). "Wir gehen davon aus, dass wir 2022 anfangen zu bauen", sagte NPorts-Sprecherin Dörte Schmitz. Kosten: 70 Millionen Euro.

Drei neue Liegeplätze für Cuxhaven

Neben Emden sollen auch andere Standorte von den Landes-Mitteln profitieren. Für Projekte in Norden und Norddeich (Landkreis Aurich) sollen 16,7 Millionen Euro zur Verfügung stehen. 11,1 Millionen Euro sind es für Brake (Landkreis Wesermarsch), 10,1 Millionen Euro für Wilhelmshaven und 9,8 Millionen Euro für Cuxhaven. Unter anderem sollen der Fähranleger auf Norderney saniert und Liegeplätze für größere Schiffe gebaut werden. In Cuxhaven gibt es eine Baugenehmigung für 1,2 Kilometer Kaikante entlang der Elbe mit drei zusätzlichen Liegeplätzen.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.10.2020 | 07:00 Uhr

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