Ein als Weihnachtsmann kostümierter Mann mit Geschenktüten vor einem Polizeiauto. © NDR

Weihnachten auf dem Rastplatz: Ein Fall für die Polizei

Stand: 26.12.2020 08:00 Uhr

Zahlreiche Lkw-Fahrer haben es nicht mehr rechtzeitig nach Hause geschafft und sind auf Rastplätzen gestrandet - an Weihnachten. Ihnen macht die Autobahnpolizei Winsen (Luhe) eine kleine Freude.

von Torsten Ahles

Traditionell am ersten Weihnachtsfeiertag machen sich Oberkommissarin Andrea Möller und ein als Weihnachtsmann verkleideter Kollege auf den Weg, um die Brummifahrer zu überraschen. Parkplatz für Parkplatz fahren sie ab, klopfen an die Türen der Lkw und überreichen den Fahrern eine kleine Tasche mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken.

"Absolute Herzensangelegenheit"

Ein als Weihnachtsmann kostümierter Mann vor einem Lkw. Dahinter eine Polizistin. © NDR
Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Traditionell am Ersten Weihnachtsfeiertag werden die Trucker beschenkt. (Screenshot)

"Es ist eine absolute Herzensangelegenheit. Diese Fahrer stehen meistens drei, vier Tage hier und da ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, ihnen zu zeigen, dass wir für sie da sind", sagt Möller. In diesem Jahr sind es etwa 50 Geschenktaschen, die die beiden Beamten verteilen. Damit können sie nur einen Bruchteil derer überraschen, die die Feiertage in ihren Kabinen verbringen müssen.

Rastplatz Aarbachkate statt Weihnachten zu Hause

Die Lkw-Fahrer kommen fast alle aus Osteuropa, etwa aus der Ukraine, Weißrussland oder Polen. Englisch können die meisten nicht. Mehr als "Thank you!" und "Merry Christmas!" kommt ihnen nicht über die Lippen - aber Freude und Rührung sind auch ohne große Worte spürbar. So wie bei Pavel aus Polen. Dass er Weihnachten nicht bei seiner Familie verbringen kann, sondern an der Raststätte Aarbachkate an der Autobahn 1, trägt er mit Fassung. "Nächstes Jahr versuche ich, zu Hause zu sein", sagt er.

Spenden von Firmen und Verein

Und falls er es doch nicht schafft, kommt vielleicht wieder Andrea Möller mit ihrer Weihnachtstüte vorbei. Gespendet werden die gefüllten Taschen von vielen Firmen und dem gemeinnützigen Verein DocStop, einer bundesweiten Initiative, die das Ziel hat, Berufskraftfahrerinnen und -fahrer unterwegs medizinisch besser zu versorgen - und zu Weihnachten wenigstens für einen kleinen Glücksmoment zu sorgen.

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