Stand: 11.09.2019 11:29 Uhr

Wasserkraft-Betreiber fehlt Geld für Fischtreppe

Am historischen Hafen in Lüneburg betreibt die Firma Hydroenergie Lüneburg GmbH eine Stromturbine. (Themenbild)

Strom aus regenerativen Energien ist angesichts des Klimawandels gefragter denn je. Neben Windkraft und Biogasanlagen wird in Niedersachsen ein Teil der Elektrizität auch durch Wasserkraft erzeugt. Den Betreibern von kleinen mit Wasser betriebenen Turbinen bereitet die europäische Wasserrahmenrichtlinie Probleme, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Sie müssen an ihren Anlagen Fischtreppen bauen. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke in Niedersachsen können jedoch gut zwei Dutzend Turbinenbetreiber den finanziellen Aufwand nicht stemmen. So ergeht es auch der Hydroenergie Lüneburg GmbH.

EU: Fischtreppen müssen bis 2027 erneuert werden

In der Hansestadt betreibt die Firma zwei kleine Turbinen, eine davon in der Altstadt am historischen Hafen. Das Wasser läuft über ein Stauwehr. Per Gesetz ist die Firma verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Fische und andere Wassertiere das Wehr unbeschadet umgehen können. Nach der Wasserrahmenrichtlinie müssen die entsprechenden Fischtreppen bis 2027 erneuert werden. Die Kosten dafür würden am historischen Hafen Schätzungen zufolge rund drei Millionen Euro betragen.

Betreiber wollen Förderprogramm vom Land

Die Firma könne das nicht bezahlen, sagte ein Sprecher des Lüneburger Umweltamtes. Denn der Gewinn des privaten Unternehmens liege bei mehreren 10.000 Euro im Jahr. Die niedersächsischen Interessenvertreter der Wasserwerker fordern deshalb das Land dazu auf, ein Förderprogramm ins Leben zu rufen. Das Umweltministerium in Hannover winkte aber bereits ab. Die Gesetzeslage des Bundes lasse ein Förderprogramm derzeit nicht zu, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 11.09.2019 | 17:00 Uhr

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