Stand: 30.06.2019 19:13 Uhr

Waldbrandgefahr bleibt vorerst hoch

Die Landesforsten warnen davor, Zigarettenkippen aus dem Auto zu werfen. Ein Funke reicht, um einen Gras- oder Waldbrand auszulösen.

Mit den Temperaturen steigt im Sommer stets auch die Gefahr von Grasland- und Waldbränden - vor allem, wenn es so trocken ist wie jetzt. Am heißen Wochenende hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für fast alle Regionen Niedersachsens die höchste Waldbrand-Warnstufe 5 oder die zweithöchste Stufe 4 ausgerufen. Am Montag soll es mit 19 bis 26 Grad spürbar kühler werden, auch einige Schauer und kurze Gewitter sind möglich. Während die Waldbrandgefahr stellenweise abnimmt, gilt aber insbesondere im Osten Niedersachsens weiterhin Warnstufe 4 beziehungsweise 5. Erst ab Dienstag, wenn die Höchstwerte nur noch 16 bis 20 Grad betragen sollen, erwartet der DWD in den meisten Teilen des Landes lediglich ein mäßiges Feuerrisiko.

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Hallo Niedersachsen

Waldbrandgefahr auf höchster Warnstufe

25.06.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Die Waldbrandgefahr ist bei den extremen Temperaturen vor allem in trockenen Kiefernwäldern am höchsten. Vielerorts gilt Gefahrenstufe 5. Im Ernstfall schlagen Kameras Alarm. Video (03:46 min)

Großflächige Brände im Landkreis Nienburg

Am Wochenende gab es im Landkreis Nienburg nach Angaben der Polizei "teils massive" Brände, vor allem auf landwirtschaftlichen Flächen. Am Sonnabend brannten demnach im Bereich der Samtgemeinde Marklohe acht Hektar Gerste. Am Sonntag waren in der Samtgemeinde Uchte mehrere Felder auf insgesamt 80 Hektar Fläche betroffen. In Wenden brannten laut Polizei zwei Hektar einer landwirtschaftlichen Fläche. Im Stadtgebiet Nienburg habe es zwei kleinere Feuer gegeben. Vier Personen seien ärztlich behandelt worden. Mit brennenden Feldern hatten Feuerwehren auch in anderen Landkreisen zu tun, etwa in Hameln-Pyrmont und Osnabrück. In den vergangenen Tagen hatte es nach Polizeiangaben bereits auf den Truppenübungsplätzen in Bergen und Munster gebrannt. Die Feuerwehr der Bundeswehr sei ständig einsatzbereit, hieß es.

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Der Waldbrandgefahrenindex des DWD

Der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes beschreibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand. extern

Landkreise verbieten Feuer im Wald

Die Stadt Melle (Landkreis Osnabrück) hatte angesichts der Brandgefahr das Feuerwerk zur 850-Jahr-Feier an diesem Wochenende abgesagt. Mehrere Landkreise wie Osnabrück, die Grafschaft Bentheim und Oldenburg haben zudem eine Waldbrandverordnung erlassen. In Wäldern, Mooren und Heidegebieten ist es demnach verboten, markierte Wege zu verlassen, zu rauchen oder mit Feuer zu hantieren. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldbuße rechnen.

Behörden mahnen zur Achtsamkeit

Die Landesforsten bitten darum, im Wald achtsam zu sein:

  • kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe
  • Grillen nur auf freigegebenen Grillplätzen, das örtliche Forstamt informiert
  • im Wald gilt bis zum 31. Oktober ein allgemeines Rauchverbot
  • keine Zigarettenkippen aus dem Auto werfen
  • Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen
  • jeden Waldbrand sofort unter der Notrufnummer 112 melden

Die Nienburger Polizei warnt zudem davor, bei Trockenheit Unkraut wegzubrennen. Auch Abfall könne eine Gefahr darstellen: "Jede weggeworfene Glasflasche, Glasscherbe, Folie, Feuerzeug oder Dose mit chemischen Abfällen kann zu einem Brandherd werden."

20 Kameras wachen über den Wald

Die Mitarbeiter der Landesforsten überwachen den Wald im Nordosten mit einem automatischen Kamerasystem: An 17 Standorten, an Türmen und Sendemasten sind dafür 20 Kameras installiert. Steigt Rauch auf, gibt es einen automatischen Alarm. Neben den Kameras gibt es in Niedersachsen auch zwei Überwachungsflugzeuge, sie sind in Hildesheim und Lüneburg stationiert. Im Falle eines Waldbrands könnten die Flugzeuge sofort starten, um aus der Luft die eingesetzten Feuerwehrleute zu koordinieren, heißt es von der Polizei Lüneburg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.06.2019 | 07:00 Uhr

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