Stand: 13.08.2020 22:07 Uhr

Vollsperrung nach Waldbrand neben A7 aufgehoben

Auf der A7 bei Bad Fallingbostel ist ein langer Stau zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Philipp Schulze
Auf der A7 läuft der Verkehr nach der Vollsperrung wieder.

Nach dem Waldbrand an der A7 zwischen Westenholz und Schwarmstedt hat sich die Lage entspannt. Am Donnerstagnachmittag konnte auch die Vollsperrung in Fahrtrichtung Hannover aufgehoben werden. Bereits seit dem Vormittag war die Strecke in Richtung Hamburg wieder befahrbar. Am Mittwochabend war der Verkehr auf der A7 nahezu zum Erliegen gekommen. Viele Lkw-Fahrer mussten die Nacht dort verbringen, sie wurden von Stauhelfern der Johanniter versorgt.

Glutnester erschweren Löscharbeiten

Das offene Feuer im Wald neben der Autobahn ist laut Polizei weitgehend unter Kontrolle. "Es werden Nachlöscharbeiten durchgeführt, das macht die Sache sehr, sehr schwer", sagte ein Kreissprecher. Der Boden habe noch eine sehr hohe Temperatur. Unter einer nassen schwarzen Schicht von ein bis zwei Zentimeter Dicke seien knochentrockener Heideboden und Humus. In mühsamer Handarbeit müsse der Boden aufgehackt werden, weil immer wieder kleinere Glutnester aufloderten.

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Landwirte unterstützen Feuerwehr

Zeitweise arbeiteten nach Feuerwehrangaben rund 500 Einsatzkräfte in dem Waldgebiet. Neben den Feuerwehren des Heidekreises beteiligten sich auch die Bundeswehrfeuerwehr sowie Wehren aus den Landkreisen Harburg, Celle, Lüneburg, Uelzen, Rotenburg und der Region Hannover an den Löscharbeiten. Auch Landwirte unterstützten die Einsatzkräfte, indem sie mit Wasser gefüllte Güllefässer bereitstellten.

Funkenflug löst Brand aus

Das Feuer wurde nach Angaben der Polizei durch Funkenflug ausgelöst, nachdem an einem Lkw ein Reifen geplatzt war. Dadurch geriet die Böschung an der Autobahn auf mehreren Hundert Metern in Brand. Starker Wind trieb die Flammen in den von der Trockenheit geschädigten Wald. Zeitweise standen bis zu 28 Hektar in Flammen. Die Rauchfahne über dem Gebiet war laut Feuerwehr weithin sichtbar.

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Bewohner kehren in Wochenendwohngebiet zurück

Ein Wochenendwohngebiet wurde auf Behördenanweisung zeitweise evakuiert. "Die Evakuierung wurde am Donnerstagmorgen aufgehoben", sagte der Kreissprecher. Betroffen waren 35 Bewohner, die von der Samtgemeinde Schwarmstedt anderweitig untergebracht wurden, soweit sie keine andere Unterkunft hatten. Verletzt wurde niemand.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.08.2020 | 14:00 Uhr

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