Stand: 10.01.2017 10:55 Uhr

Visselhövede: Motorrad wurde in Hannover gekauft

Nach den Schüssen auf einen 46 Jahre alten Mann vor einer Grundschule in Visselhövede (Landkreis Rotenburg) hat die Polizei das Flucht-Motorrad sichergestellt. Nach Angaben von Polizeisprecher Heiner van der Werp wurde die Maschine am vergangenen Sonnabend in Hannover an zwei Männer ausländischer Herkunft verkauft. "Ob die Käufer auch die Täter sind, wissen wir nicht, aber die Vermutung liegt natürlich nahe", sagte der Sprecher gegenüber NDR.de. Die Ermittler hätten bereits mit dem ehemaligen Halter gesprochen und auch ein Kaufvertrag liege vor. Es sei allerdings eher unwahrscheinlich, dass dort die korrekten Namen angegeben wurden, so van der Werp. Weitere Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Motorrad bei Bad Fallingbostel entdeckt

Die Beamten hatten die Maschine der Marke Kawasaki mit hannoverschem Kennzeichen am Montagabend in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Bad Fallingbostel gefunden. Sie war in einem Gebüsch in der Nähe eines Baumarktes und eines Schnellrestaurants versteckt. Die Ermittler sind sicher, dass es sich um das Motorrad der beiden mutmaßlichen Täter handelt, da sich Zeugen an Teile des Kennzeichens erinnern konnten.

Polizei sucht Zeugen

Die beiden Verdächtigen sind unterdessen weiter auf der Flucht. Da zu dieser kalten Jahreszeit kaum Motorradfahrer auf den Straßen unterwegs sind und die flüchtigen Männer mit auffälliger, roter Oberbekleidung bekleidet waren, hält es die Polizei für sehr wahrscheinlich, dass weitere Zeugen sie beobachtet haben könnten. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Rotenburg unter Telefon (04261) 94 70 zu melden.

Spekulationen über Racheakt

Die mutmaßlichen Täter sollen die Schüsse auf den 46-Jährigen am Montagmorgen aus Rache abgegeben haben. Wie die in Syke erscheinende Kreiszeitung in ihrer Onlineausgabe berichtet, soll es sich bei dem lebensgefährlich verletzten Opfer um einen aus Albanien stammenden Mann handeln. Er habe in seiner alten Heimat als Türsteher einer Diskothek gearbeitet. Im Rahmen dieser Tätigkeit soll er tödliche Schüsse auf einen Jugendlichen abgegeben haben, für die er ein Jahr im Gefängnis gesessen habe, zitiert das Blatt aus dem Bekanntenkreis. Anschließend sei er mit seiner Familie aus Albanien geflüchtet und in Visselhövede untergekommen. Polizeisprecher van der Werp wollte diese Informationen nicht kommentieren.

Opfer von mehreren Kugeln getroffen

Der 46-Jährige war zum Zeitpunkt des Angriffs mit seiner erwachsenen Tochter unterwegs. Er wurde von mehreren Kugeln unter anderem am Kopf getroffen und musste in ein Rotenburger Krankenhaus eingeliefert werden. Laut van der Werp soll sich sein Zustand mittlerweile etwas stabilisiert haben. Wie die Polizei bestätigte, traf ein weiterer Schuss die Scheibe des Lehrerzimmers der Grundschule. Weitere Verletzte habe es allerdings nicht gegeben. Der Unterricht an der Schule lief normal weiter. Die Eltern wurden gebeten, ihre Kinder nach Unterrichtsschluss von der Schule abzuholen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.01.2017 | 09:00 Uhr

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