Stand: 18.06.2019 13:50 Uhr

Unwetter verhagelt Obstbauern die Apfelernte

Am vergangenen Sonnabend ist eine Unwetterfront mit Hagel und Starkregen über Niedersachsen gezogen - auch über das Alte Land. Die Folgen werden auf den Obsthöfen erst nach und nach sichtbar. Viele der noch kleinen Früchte wurden von den Hagelkörnern regelrecht gespalten, berichtet NDR 1 Niedersachsen. In glimpflichen Fällen erlitten die Äpfel nur braune Stellen an der Schale oder Dellen.

Betriebe unterschiedlich stark betroffen

Die Hagelschauerfront hat die Altländer Obstbauern unterschiedlich stark getroffen. Für einige Betriebe sei der Ernteausfall "eine Katastrophe", sagte Jens Stechmann aus Lühe, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau, gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Schäden in Millionenhöhe?

Matthias Görgens von der Obstbauversuchsanstalt in Jork will sich auf das genaue Ausmaß der Schäden noch nicht festlegen. Er rechnet aber mit Schäden in Millionenhöhe. 1.800 der 9.000 Hektar Anbaufläche für Äpfel könnten im Alten Land betroffen sein. Die Schäden an den Äpfeln wachsen mit: Am Ende landet die mangelhafte Ware in der Mosterei oder wird zu Apfelmus verarbeitet - aber die Erzeuger bekommen dafür dann längst nicht den Preis, den erstklassige Handelsware bringt.

Keine Zuschüsse für Ernteausfallversicherungen

Die 565 Betriebe an der Niederelbe könnten sich gegen Hagelschäden versichern. Dabei müssten sie die Kosten dafür aber aus eigener Tasche bezahlen. Das ist in mehr als der Hälfte der anderen EU-Staaten anders: Dort gibt es staatliche Zuschüsse für Ernteausfallversicherungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.06.2019 | 12:00 Uhr

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