Stand: 21.10.2019 15:14 Uhr

Tierversuchslabor soll stärker kontrolliert werden

Der Landkreis Harburg reagiert auf den Vorwurf von Misshandlungen und Tierquälerei in einem Tierversuchslabor in Neu Wulmstorf: Die Versuchsanstalt des "Laboratory of Pharmacology and Toxicology" (LPT) im Ortsteil Mienenbüttel soll in Zukunft engmaschiger kontrolliert werden, teilte ein Landkreis-Sprecher am Montag mit. Außerdem müsse das Unternehmen den Landkreis detailliert über seine Versuche informieren. Der Landkreis will künftig wissen, wann neue Tiere in dem Labor ankommen, in welchen Versuchen sie eingesetzt werden und was mit ihnen geschehen soll. Nachdem die Vorwürfe gegen das Unternehmen bekannt geworden waren, war der Landkreis als Kontrollbehörde mit in die Kritik geraten. LPT hat sich auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen am Montag nicht geäußert.

LAVES erteilt Genehmigung für Versuche

Grundsätzlich darf das Labor weiterhin Tierversuche durchführen. Zuständig für deren Genehmigung ist das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (LAVES). Bereits in der vergangenen Woche hatte die Behörde angekündigt, dem Unternehmen keine neuen Genehmigungen zu erteilen, bis die Vorwürfe geklärt sind. Die Staatsanwaltschaft in Stade ermittelt gegen LPT wegen Verstößen gegen den Tierschutz und wegen Betruges.

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Tausende demonstrieren gegen Tierversuchslabor

19.10.2019 19:30 Uhr
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Nachdem Tierschützer in einem Versuchslabor in Mienenbüttel bei Neu Wulmstorf verstörende Filmaufnahmen gemacht hatten, gingen über 7.000 Menschen in Neugraben auf die Straße. Video (03:04 min)

Noch immer Mängel bei der Haltung

In der Zwischenzeit hat das Veterinäramt des Landkreises das Labor ein zweites Mal kontrolliert und dabei immer noch Mängel bei der Haltung der Tiere festgestellt. Wie gefordert habe LPT aber die Haltung von Affen in zu kleinen Käfigen beendet und diese abmontiert. Verletzte oder kranke Tiere seien bei der jüngsten Kontrolle nicht gefunden worden, teilte der Landkreis mit. Die Firma hatte mitgeteilt, bei der aktuellen Untersuchung "vollumfänglich" mit den Behörden zu kooperieren. Eigenen Angaben zufolge führt LPT Auftragsstudien bei der Arzneimittelzulassung durch.

Soko Tierschutz schleust sich ein

Ein Mitglied des Vereins Soko Tierschutz hatte vier Monate undercover als Tierpfleger in dem Labor gearbeitet und dort Foto- und Videoaufnahmen gemacht. Die Tierschützer werfen LPT vor, Hunde und Affen bei Versuchen zu misshandeln. Außerdem sollen die Tiere in zum Teil zu engen Käfigen gehalten worden sein, in denen sie auch kein Spielzeug zur Beschäftigung gehabt hätten. Am Wochenende hatten etwa 2.000 Menschen am Unternehmensstandort in Mienenbüttel sowie in 7.000 Menschen in Hamburg gegen das Labor sowie Tierversuche im Allgemeinen demonstriert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 21.10.2019 | 14:30 Uhr

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