Ein Hund blickt durch die Gitterstäbe in einem Tierheim © picturealliance/dpa Foto: Kay Nietfeld

Tierheim auf Ex-Versuchslaborgelände Mienenbüttel genehmigt

Stand: 05.08.2021 16:26 Uhr

Auf dem Gelände des ehemaligen Tierversuchslabors LPT in Mienenbüttel sollen künftig verhaltensauffällige Hunde unterkommen und vermittelt werden. Nun gab es grünes Licht für das Projekt.

Der zuständige Landkreis Harburg hat den Antrag genehmigt. Hinter dem Vorhaben steht eine Tierheilpraktikerin aus Hamburg. Doris Firlus muss allerdings noch einige Auflagen erfüllen, bis die Auffangstation eröffnen kann. Sie muss einen Fachkunde-Nachweis für den Umgang mit Tieren erbringen und eine Quarantänestation einrichten. "Wir rechnen damit, wenn die Bauarbeiten alle gut voranschreiten, dass wir die Anlage Mitte September eröffnen können."

Hunde sollen resozialisiert werden

Im angrenzenden Wald ist eine Auslauffläche geplant, außerdem sind die Zwinger bereits vergrößert worden. In der Anlage sollen bis zu 100 Tiere unterkommen können. "Diese Hunde wollen wir versuchen zu resozialisieren. Wir werden hier drei Hundetrainer haben, die verschiedene Ansätze verfolgen", so Firlus. Anschließend sollen die Tiere entweder vermittelt werden oder dauerhaft einen Platz mit Auslauf im Tierheim bekommen.

Kritik aus Tierschutzkreisen

Aus Sicht der Stadtverwaltung Neu Wulmstorf geht alles seinen geordneten Weg, so Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig. Inhaltlich will er das Konzept nicht bewerten. Unterdessen kritisieren Menschen, die im Tierschutz aktiv sind, im Internet, dass die neue Betreiberin mit dem ehemaligen Konzern LPT verbunden sei. Firlus widerspricht dem. Das Gelände gehöre zwar dem Inhaber des ehemaligen Versuchslabors, er vermiete es aber privat an sie. Sie werde am Standort Mienenbüttel weder mit dem Konzern noch mit ehemaligen Beschäftigten des einstigen Versuchslabors zusammenarbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 05.08.2021 | 15:00 Uhr

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