Stand: 15.03.2019 09:56 Uhr

Ticketbetrug: Ermittlungen gegen Lüneburger Agentur

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Mit dem Ticketbetrug soll eine Schaden von fast einer Millionen Euro entstanden sein. (Themenbild)

Ein Musical besuchen oder eine tolle Oper hören - die Vorfreude auf solche Abende ist meistens groß. Doch aus Freude kann schnell Frust werden, wenn Käufer an einen unseriösen Tickethändler geraten und die Tickets gar nicht zugeschickt bekommen. Am Ende ist dann viel Geld weg - für nichts. Einen solchen unseriösen Tickethändler gibt es offenbar auch in Lüneburg. Die Lüneburger Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren Tausend Fällen.

Agentur-Inhaber und Ex-Mitarbeiter im Fokus der Ermittler

Es geht um Tickets etwa für den "König der Löwen" in Hamburg oder für die Dresdner Semperoper. Anzeigen seien aus ganz Deutschland eingegangen, sagt Christoph Hillmer, Sprecher der Lüneburger Staatsanwaltschaft. Teilweise seien die bezahlten Tickets nicht geliefert worden, in den meisten Fällen sei aber einfach zu viel Geld abgebucht worden. "Gegenstand des Verfahrens sind in erster Linie Doppelabbuchungen in zirka 3.000 Fällen", so Hillmer. "Wir ermitteln gegen den Inhaber einer Ticketagentur aus Lüneburg, dessen Frau und fünf zum Teil ehemalige Mitarbeiter wegen gewerbsmäßigen Betruges."

Ticket-Verkauf über mehrere Internetseiten

Die Lüneburger Agentur hatte die Tickets über mehrere Internetseiten angeboten - ein Blick ins Netz zeigt, dass diese inzwischen nicht mehr aktiv sind. Dennoch ist unklar, ob noch dubiose Geschäfte weiterlaufen. Denn das beschuldigte Ehepaar betreibt parallel ein Hotel und über dessen Internetseite werden bis heute Musical-Arrangements angeboten. Anzeigen, die noch laufend eingehen, beträfen aber ausschließlich Fälle aus der Vergangenheit, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Uns liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass aktuell weiterhin von den Beschuldigten oder der Firma Straftaten begangen werden."

Schaden: knapp eine Million Euro

Insgesamt sei ein Schaden von fast einer Million Euro entstanden. 400.000 davon hätten die Kunden sich wieder über ihre Banken zurückholen können. Außerdem sollen auch Agentur-Mitarbeiter nicht bezahlt worden sein, sagt eine ehemalige Mitarbeiterin, die vor einem Jahr Anzeige erstattete. "Es gab Kollegen, die drei, vier Monate kein Geld gesehen haben", berichtet die Frau. "Das ist nachher alles beim Arbeitsgericht gelandet."

Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht

Das beschuldigte Ehepaar ließ über eine Hamburger Anwältin mitteilen: Da es sich um laufende Verfahren handele, wolle man sich nicht äußern. Hotel und Ticket-Verkauf liefen aber in jedem Fall getrennt. Die Verbraucherzentrale rät bei Tickethändlern, die man nicht kennt, zur Vorsicht. Was helfe, sei nach Erfahrungen mit den Händlern zu googeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 14.03.2019 | 17:00 Uhr

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