Stand: 03.03.2017 19:09 Uhr

SuedLink: Verbessertes Erdkabel im Test

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Bislang werden für die Trasse etwa 50 Meter breite Gräben ausgehoben. Das neue Verfahren soll weniger Fläche verbrauchen. (Archivbild)

In Stade wird derzeit ein neues, verbessertes Erdkabel getestet. Bei vielen Bauern im Alten Land dürften die ersten Testergebnisse für Aufatmen sorgen. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Erdkabeln soll das neue Kabel die Erwärmung der Erde verhindern. Auch der Flächenverbrauch für die Verlegung des Kabels soll Dank des neuen Verfahrens deutlich reduziert werden.

Neues Verfahren verhindert Erwärmung der Erde

Das neue Verfahren arbeitet mit wassergekühlten Leerrohren. Weil das Wasser die 380-Kilo-Volt-Leitungen kühlt, bleibt die Temperatur der Erde nahezu unverändert. Das haben erste Untersuchungen an der etwa einen Kilometer langen Teststrecke in Stade ergeben, erklärt Stades Stadtwerke-Chef Christoph Born. Bisher werden die Erdkabel einfach in einen etwa 50 Meter breiten Graben gelegt und wieder mit Erde abgedeckt. Die herkömmlichen Kabel strahlen Wärme ab und geben diese an die Erde weiter. Zahlreiche Bauern hatten befürchtet, dass die Früchte entlang der Kabel-Schneise früher reif werden könnten, als auf dem restlichen Acker und die Ernte dadurch durcheinander gerät.

Tennet will sich Schmalspur-Erdverkabelung zeigen lassen

Die neue Technik soll zudem deutlich schmalere Trassen erlauben und somit den Flächenverbrauch bei der Erdverkabelung reduzieren. Die Stader Stadtwerke haben mitgeteilt, die innovative Technik der Firma AGS-Verfahrenstechnik unterstützen zu wollen und sich bereits mit 20 Prozent an dem Startup-Unternehmen beteiligt. Nächste Woche wollen sich Ingenieure des Netzbetreibers Tennet die wassergekühlte Schmalspur-Erdverkabelung in Stade zeigen lassen.

Oberirdische Starkstromleitungen in der Kritik

Erst nach vielen Bürgerprotesten entschieden sich die Bundesregierung und der Stromnetzbetreiber Tennet für den Ausbau der Suedlink-Trasse auf unterirdische Starkstromleitungen zu setzen. Die zuvor geplanten oberirdischen Leitungen waren bei Anwohnern und Landwirten auf massive Kritik gestoßen.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 03.03.2017 | 08:30 Uhr

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