Auf gelben Tonnen ist ein Radioaktiv-Zeichen zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Sebastian Kahnert

Suche nach Atommüll-Endlager: BUND steigt aus Gesprächen aus

Stand: 07.08.2021 08:24 Uhr

Heute noch werden bei der Konferenz zur Atommüll-Endlagersuche Zwischenergebnisse diskutiert. Kurz zuvor hat der Umweltverband BUND seine Teilnahme am Forum abgesagt.

Die Kritik der Umwelt- und Naturschützer richte sich gegen das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Es hätte "die Vorschläge zur Verbesserung des Prozesses samt entsprechender Beschlüsse, Forderungen und der Kritik in den vergangenen Jahren ignoriert", wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Deshalb würden die Ehrenamtlichen bei dem letzten Beratungstermin nicht dabei sein. Die beauftragte Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) muss bei der Suche nach einem geeigneten Standort die Ergebnisse der Fachkonferenz berücksichtigen - wie, ist jedoch nicht gesetzlich festgelegt.

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Aktionsbündnis kritisiert fehlende Transparenz

Laut Bernd Redecker vom "Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom" fehle die Transparenz, sagte er dem NDR in Niedersachsen. Auch die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg - die Jahrzehnte gegen ein Endlager im Wendland gekämpft hat - kritisiert, dass diese Konferenz der zunächst letzte Termin sein soll, an dem die Öffentlichkeit beteiligt ist. Deshalb soll es auch um eine mögliche Arbeitsgruppe für die nächsten Jahre gehen.

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"Breite gesellschaftliche Beteiligung gescheitert"

"Die Suche nach einem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle ist ein zäher und langwieriger Prozess", betonte BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock vor der Tagung. Für dessen Gelingen sei kontinuierliche, transparente und wirksame Öffentlichkeitsbeteiligung entscheidend. "Die breite gesellschaftliche Beteiligung, die auch der Einbindung ehrenamtlicher Aktiver bedarf, ist aus unserer Sicht vorerst gescheitert."

Viele Gebiete laut Zwischenbericht geeignet

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hatte im September 2020 einen ersten Zwischenbericht veröffentlicht. Demnach sind rund 54 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschlands aus geologischer Sicht für die Endlagerung von Atommüll grundsätzlich geeignet. Der umstrittene Salzstock in Gorleben war aus dem weiteren Suchverfahren überraschend ausgeschieden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 06.08.2021 | 15:00 Uhr

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