Stand: 20.12.2017 16:38 Uhr

Rektor äußert sich zu abgesagter Weihnachtsfeier

Trotz mehrfacher Anfrage des NDR wollte sich der Schulleiter des Johanneum Gymnasiums in Lüneburg bisher nicht zu der Absage der Weihnachtsfeier äußern. Nun bestätigt er in einem schriftlichen Statement, dass der Vorfall mit einer muslimischen Schülerin im vergangenen Jahr ihn veranlasst habe, Lehrer auf einen sensiblen Umgang mit christlichen Weihnachtsliedern hinzuweisen. Wie der NDR bereits berichtete, hatte diese den Musikunterricht verlassen, als dort christliche Weihnachtslieder angestimmt wurden. Die Religionsfachkonferenz aus Schülern, Elternvertretern und Lehrern hatte daraufhin beschlossen, die Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit in diesem Jahr abzusagen.

Weihnachtsfeier soll im kommenden Jahr wieder stattfinden

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Als Ersatz für die Weihnachtsfeier haben Schüler nun einen Weihnachtsbasar organisiert.

Weiter erklärt der Schulleiter des Johanneums, es habe auch personelle Gründe gegeben, weshalb die Weihnachtsfeier abgesagt wurde. Die Feier solle zudem im kommenden Jahr wieder stattfinden - während der Unterrichtszeit wie bisher auch. Damit es in diesem Jahr wenigstens ein bisschen besinnliche Stimmung an dem Gymnasium gibt, hatten die Schülersprecherinnen und weitere Oberstufenschüler einen Weihnachtsbasar organisiert. Dieser findet nun nachmittags statt, richtet sich ausdrücklich an alle Schüler, die Teilnahme ist aber freiwillig. Dies ist auch im Sinne der Landesschulbehörde. Eine Sprecherin sagte, Weihnachten sei ein bedeutender Teil unserer Kultur und das gemeinsame Feiern daher ein Bestandteil der Integration.

Handgeschriebenes Notenblatt, O du fröhliche, Weihnachten © fotolia Fotograf: bidaya

Gehören Weihnachtslieder in die Schule?

NDR Info - Infoprogramm -

Die Debatte über das Singen von christlichen Weihnachtsliedern an Schulen bewegt die Gemüter. Die Hintergründe eines Falls aus Lüneburg und ein Interview mit Niedersachsens Kultusminister Tonne.

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Schüler hoffen auf schöne Feier am Nachmittag

Der Landesverband der Muslime in Niedersachsen hatte bereits nach der Absage kritisiert, dass diese Entscheidung vorschnell gefallen sei. Die falsch verstandene Rücksicht auf Muslime könne Vorurteile schüren. Die Reaktionen im Internet fielen dann teilweise auch entsprechend aus. Eine Schülersprecherin sagte dem NDR, sie sei überrascht und schockiert über einige Kommentare, die regelrechter Hetze gleichkämen. Die Schülersprecher hatten öffentlich Verständnis für die Entscheidung ihres Rektors gezeigt. Gleichzeitig haben sie sich nach eigener Aussage von der Schulleitung unterstützt gefühlt, als es darum ging, ein alternatives Angebot am Nachmittag anzubieten. Nun hoffen sie auf ein schönes gemeinsames Fest, denn die Stimmung zwischen Muslimen und anderen Schülern sei vollkommen in Ordnung, so eine der Schülersprecherinnen.

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