Stand: 16.02.2020 12:32 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Norddeutsche Obstbautage starten in Jork

In Jork (Landkreis Stade) beginnen am Montag die Norddeutschen Obstbautage. Die Veranstalter rechnen mit rund 3.000 Besuchern. Erwartet werden mehr als 200 Aussteller, die neue Technik und Maschinen für den Obstbau zeigen. Die bis Sonnabend dauernde Veranstaltung - mitten im Anbaugebiet Altes Land in der Elbmarsch - gilt nicht nur als Branchentreffen und Maschinenschau, sondern auch als Diskussionsforum, bei denen auch Themen diskutiert werden, die den Apfelbauern aktuell Sorgen machen.

Kritik an "Einkaufsmacht" der Lebensmittelhändler

Neben Trends in der Apfelzucht, etwa der Resistenz gegenüber der Baumkrankheit Apfelschorf, soll es auch um Erzeugerpreise und das Verhältnis zum Handel gehen. So beklagen die Bauern im Norden insbesondere bei den bekannten Apfelsorten die Vorgaben des Handels. "Der Preis wird diktiert, die großen Lebensmittelhändler haben eine Einkaufsmacht, die unsere Strukturen hier teilweise überfordert", sagte Matthias Görgens vom Obstbauzentrum Jork, der Mitveranstalter der Obstbautage ist.

Klimawandel bereitet Schwierigkeiten

Als weiteres Problemfeld gilt - wie schon bei den Obstbautagen 2019 - die klimatische Entwicklung der vergangenen Jahre. Die heißen Sommer haben den rund 600 Obstbaubetrieben im Alten Land zu schaffen gemacht. Ulrich Buchterkirch, der beim Landvolk Niedersachsen die Fachgruppe Obstbau leitet, verweist auf die Folgen von zu starker Sonneneinstrahlung. "In der Hitze verbrennt die Schale, das sind dann Äpfel, die nicht mehr zu ernten sind", sagt Buchterkirch. Problematisch ist auch die Trockenheit: Zwar sei die Region nahe an der Elbe und damit auch am Wasser. Zuletzt habe aber die Versalzung des Grundwassers zugenommen, sagte Görgens. Auch die Elbvertiefung sehen die Bauern deswegen kritisch. Viele Betriebe müssten deswegen eigene Wasserreservoirs anlegen. Hinzu komme, dass die Bäume immer früher austreiben - damit nehme die Gefahr zu, dass die Blüten Spätfrost zum Opfer fallen.

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Sorgen machen den Landwirten auch engere Grenze, die ihnen etwa beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von der Politik gesteckt werden. Ein direkter Austausch bietet sich dabei womöglich am Donnerstag - dann wird Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 17.02.2020 | 07:30 Uhr

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