Stand: 14.06.2017 14:00 Uhr

Mysteriöse Spur: Göhrde-Mörder in Hannover?

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1989 sind in der Göhrde zwei Liebespaare ermordet worden. Von dem oder den Tätern fehlt bis heute jede Spur. (Archiv)

Ein ohnehin schon rätselhafter Fall scheint jetzt noch mysteriöser zu werden. Oder doch nicht? Ist alles bloß eine Verwechslung bei der Spurensicherung? 28 Jahre nach zwei ungelösten Doppelmorden im Staatsforst Göhrde (Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg) gibt es offenbar neue Hinweise. Die "Bild" berichtet, dass eine DNA-Spur vom Tatort in der Göhrde mit einer Spur aus einem Mordfall in Hannover übereinstimmen soll.

Spur ins Zooviertel von Hannover

Im Jahr 1989 hatten Ermittler im Waldstück Göhrde zwei Haare eines mutmaßlichen Täters sichergestellt. Diese sind vor einigen Monaten vom Landeskriminalamt genetisch untersucht worden. Laut "Bild" stimmen sie mit einer Spur von einem Tatort im Zooviertel in der Landeshauptstadt überein - dieser Fall ist 2015 aufgeklärt worden: Ein damals 27-Jähriger hatte eine 49-jährige Unternehmerin umgebracht und war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. An einer Weinflasche in der Wohnung, so "Bild", soll sich ein genetischer Fingerabdruck befunden haben, der zu den Göhrde-Morden führen soll.

Fehler bei der DNA-Analyse?

Allein aus Altersgründen scheidet der Mörder der Unternehmerin aus Hannover jedoch als Göhrde-Mörder aus. Aber es bleibt eine andere Möglichkeit: So könnte es Fehler bei der Auswertung der DNA-Spuren gegeben haben - wie etwa im Fall der ermordeten Peggy, bei dem zwischenzeitlich das NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt aufgrund von DNA-Spuren als Verdächtiger galt. Oder dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn (Baden-Württemberg), der zunächst dem sogenannten Phantom von Heilbronn zugeschrieben wurde. Erst später wurde bekannt, dass verunreinigte Wattestäbchen bei der Spurensicherung der Grund für diesen Verdacht waren.

Kein Kommentar von der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg wollte gegenüber NDR 1 Niedersachsen nicht kommentieren, ob es eventuell Fehler bei der Auswertung der DNA-Spuren gegeben haben könnte. Auch ob nun weitere Speichelproben im Umfeld der ermordeten Unternehmerin gesichert werden sollen, wie "Bild" berichtet, wollte die Sprecherin nicht bestätigen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.06.2017 | 12:00 Uhr

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