Stand: 18.07.2016 21:13 Uhr

Munsteraner Wölfe: Ministerium weist Kritik zurück

Haben Menschen dazu beigetragen, dass sich das Munsteraner Wolfsrudel ohne Scheu Hunden und Spaziergängern nähert? Das legt ein Bericht des NDR aus der vergangenen Woche nahe, der sich auf Foto- und Filmaufnahmen bezieht, die Menschen mit Wolfswelpen zeigen und offenbar von einer frühen Gewöhnung an die menschliche Gegenwart zeugen. Das niedersächsische Umweltministerium soll von diesen Aufnahmen gewusst, die regelmäßigen Distanzlosigkeiten aber nicht ausreichend geahndet haben, so die Kritik. Auch die Tatsache, dass das Ministerium die Aufnahmen bislang nicht veröffentlicht hat, stößt bei Opposition und Medien auf Missmut. Am Montag nun hat das Umweltministerium die öffentliche Kritik zurückgewiesen. Man habe immer darauf hingewiesen, dass das "wenig scheue" Verhalten der Wölfe auf eine Gewöhnung an den Menschen zurückzuführen sein könnte. "Beweise" dafür, dass Wölfe von Menschen angelockt oder gefüttert wurden, lägen dem Ministerium aber nicht vor.

Die Landesjägerschaft hat Fotos und Videos

Zeugen hatten dem NDR berichtet, dass es Foto- und Filmaufnahmen gebe, die Menschen auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide mit Wölfen aus dem Wurf von 2014 zeigten. Darunter seien Förster, Soldaten und Feuerwehrleute. Die fraglichen Aufnahmen werden von den Bundesforstbetrieben allerdings aufgrund von Urheberrechten unter Verschluss gehalten. Das Ministerium bestätigte, dass besagte Fotos und Kurzvideos auf einer Zusammenkunft mit Wolfsberatern im Heidekreis im Februar 2015 gezeigt wurden. Der Mitarbeiter der Bundesforsten, der das Treffen initiiert hatte, habe die Aufnahmen anschließend der Landesjägerschaft zugänglich gemacht, die vom Land mit dem Wolfsmonitoring beauftragt ist.

Ministerium: Erkenntnisse wurden immer dokumentiert

Warum aber wurden die Bilder bislang nicht veröffentlicht? Das Ministerium weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass Bilder ohne Angabe von Ort und Zeit nicht in das Monitoring eingegangen seien. Um ein Foto richtig einordnen zu können, müsse eine persönliche Dokumentation des Fotografen über Ort und Umstände der Aufnahmen vorliegen. Alle vorliegenden Erkenntnisse über das Verhalten der Wölfe seien kontinuierlich ausgewertet worden, hieß es vom Ministerium. Zudem seien alle Abläufe in öffentlichen Veranstaltungen und aktuell im Internet dokumentiert worden.

 

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Eine verwackelte Aufnahme eines Wolfes. © Holger Thieben Foto: Holger Thieben

Haben Menschen "Kurti" zum Problem-Wolf gemacht?

Nach Informationen von NDR.de gab es schon früh Hinweise darauf, dass die Munsteraner Wölfe an Menschen gewöhnt waren. Doch auch am Freitag gab sich das Umweltministerium wortkarg. (14.07.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 18.07.2016 | 19:30 Uhr

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