Stand: 14.05.2020 15:34 Uhr

Lüneburg: Prozess um gestohlene Lkw vertagt

Prozessauftakt im Landgericht Lüneburg. © NDR Foto: Björn Ahrend
Am Landgericht Lüneburg sollte ein Prozess beginnen, in dem es um Bandenkriminalität geht. (Archivbild)

Eigentlich sollte am Donnerstag vor dem Landgericht Lüneburg ein Prozess gegen zwei Männer wegen schweren Bandendiebstahls starten. Weil aber beide Angeklagte zum Auftakt nicht vor Gericht erschienen, wurde der Prozess vertagt. Er soll nun am 11. Juni starten. Einer halte sich in England, der andere in Litauen auf, so eine Gerichtssprecherin. Durch ihre Verteidiger ließen die 33 und 38 Jahre alten Männer verkünden, sie seien wegen der coronabedingten Reisebeschränkungen nicht imstande gewesen, nach Lüneburg zu kommen. Die Angeklagten sollen zu einer Bande gehören, die sich auf den Diebstahl und Weiterverkauf von Sattelzugmaschinen spezialisiert hat. Zu der Gruppierung sollen drei weitere Angeklagte gehört haben, die laut Sprecherin in anderen Verfahren bereits zu zwei bis drei Jahren Haft verurteilt wurden.

Zweiter Prozess findet statt

Ein anderer Prozess um gestohlene Autos fand dagegen statt: Den drei Angeklagten zwischen 24 und 42 Jahren wird laut Landgericht schwerer Bandendiebstahl oder gewerbsmäßige Bandenhehlerei vorgeworfen. Sie sollen gestohlene Fahrzeuge auf einem Gelände im Heidekreis für den Weitertransport ins Ausland vorbereitet haben. Nach Angaben einer Sprecherin hat das Gericht eine Verständigung vorgeschlagen. Danach würden die beiden Hauptangeklagten Haftstrafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten beziehungsweise drei Jahren und neun Monaten erhalten, der dritte Angeklagte eine mehrmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung.

In Soltau gestohlene Autos zerlegt

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 38-Jährigen und einem 42-Jährigen vor, mit Unterstützung einer unbekannten weiteren Person zwischen 2017 und 2019 in Soltau Kraftfahrzeuge zerlegt zu haben. Die Wagen im Gesamtwert von gut 846.000 Euro seien zuvor in Niedersachsen, Hamburg und Bremen gestohlen worden. Einer der Angeklagten habe sie entweder selbst entwendet oder - im Wissen, dass es sich um Diebesgut handelte - von Dritten angekauft. Die Männer haben sich damit laut Anklage des schweren Bandendiebstahls oder der gewerbsmäßigen Bandenhehlerei in insgesamt 20 Fällen schuldig gemacht. Alle drei sollen "sich spätestens im November 2019 zur fortgesetzten Begehung entsprechender Taten zusammengeschlossen" haben. In einem Fall sollen sie dann ein Fahrzeug im Wert von 150.000 Euro entweder selbst gestohlen oder angekauft haben. Die drei Männer sitzen in Untersuchungshaft.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 14.05.2020 | 14:30 Uhr

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