Eine Pflegefachkraft geht mit einer Bewohnerin durch das Seniorenheim "Mein Zuhause Nienburg". © picture alliance/dpa Foto: Sina Schuldt

Lühe: Bundeswehr soll nach Impfdurchbrüchen in Heim helfen

Stand: 11.11.2021 14:21 Uhr

Wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Seniorenheim in der Samtgemeinde Lühe hat der Landkreis Stade Hilfe der Bundeswehr angefordert. Zwei Frauen im Alter von 82 und 91 Jahren sind bereits gestorben.

Nach Angaben des Landkreises wurden bislang elf Bewohnerinnen und Bewohner sowie 15 Mitarbeitende positiv auf das Coronavirus getestet. Der Landkreis stellte ein Amtshilfe-Ersuchen an die Bundeswehr. "Mir war es wichtig, schnell zu reagieren, um in dieser für das Seniorenheim wirklich schwierigen Situation zeitnah weitere Unterstützung zu bekommen", sagte Kai Seefried (CDU) laut einer Pressemitteilung. Die Bundeswehrkräfte sollen der dezimierten Belegschaft bei hilfspflegerischen Tätigkeiten wie Essenausteilung und Begleitung helfen. In der Einrichtung gilt seit Mittwoch ein Besuchsverbot.

Nicht alle Mitarbeitenden geimpft

Die beiden Verstorbenen sollen zweifach geimpft gewesen sein, eine von ihnen hatte zudem eine Auffrischungsimpfung. Beide Bewohnerinnen hätten aber schwerwiegende Grunderkrankungen aufgewiesen, sagte Bettina Müller, Geschäftsführerin der Altenpflege Landkreis Stade gGmbH. Auch jede andere Infektion, ob Grippe oder Norovirus, hätte vermutlich keinen guten Ausgang genommen, so Müller. Die 74 Bewohnerinnen und Bewohner hätten zu 100 Prozent den vollen Impfschutz, beim überwiegenden Teil seien bereits Booster-Impfungen erfolgt. Von den 90 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen seien 85 Prozent zweifach geimpft, hieß es.

Parallelen zum vergangenen Jahr

Landrat Seefried sagte, er fühle sich an die Situation in den Altenheimen zu Beginn der Corona-Pandemie erinnert. Im vergangenen Jahr war es laut dem Landkreis zeitweise in vielen der insgesamt 28 Alten- und Pflegeheime im Landkreis Stade zu dramatischen Corona-Entwicklungen gekommen. Auch damals half die Bundeswehr in den Heimen aus, weil das Personal überlastet und durch Erkrankungen und Quarantäne ausgedünnt war.

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