Liebesbriefe aus 19. Jahrhundert in antiker Truhe entdeckt

Stand: 21.06.2021 18:00 Uhr

150 Jahre alte Liebesbriefe erzählen von der Liebe zwischen Heinrich und Louise. Ob sie je geheiratet haben, ist unklar. Entdeckt hat die Schriftstücke ein früherer Lehrer aus dem Landkreis Lüneburg.

Mehr als 35 Jahre ist es her, dass der damalige Geschichtslehrer Hans-Friedrich Müller aus Amelinghausen einem Freund eine antike Truhe abkaufte. Bei der Restauration entdeckt er damals ein geheimes Fach. Darin fand er rund 50 Liebesbriefe aus dem 19. Jahrhundert. Viele Jahre fehlte ihm jedoch die Zeit, sich den Briefen zu widmen. Nun, mehr als 30 Jahre nach dem Fund, hat er die Briefe ausführlich gelesen und ist in die Liebesgeschichte von Heinrich und Louise eingetaucht.

Nur wenig ist über die Liebenden bekannt

Hans-Friedrich Müller liest Liebesbriefe aus dem 19. Jahrhundert in einem Hochsitz © NDR
Entdeckt hat die 150 Jahren alten Liebesbriefe Hans-Friedrich Müller aus Amelinghausen.

Heinrichs Frau war bei der Geburt des dritten Kindes verstorben. Wenige Jahre später verliebte er sich in seine Nichte Louise. Die beiden wurden ein Paar - so viel konnte Müller herausfinden. Doch ob die beiden je heiraten durften, ist unklar. Was bleibt, sind ihre romantischen Briefe. Und die könnten durchaus noch heute dem ein oder anderen, der sich mit romantischen Zeilen schwertut, als Formulierungshilfe dienen.

Auszüge aus den Liebesbriefen:

Louise am 18. September 1854 

"Mein teuer herzenslieber Heinrich, so habe ich (...) aus deinen mir so herzlich liebenden Briefe ersehen, dass du fest entschlossen bist (...) nach Celle zu kommen, wo ich mich schon recht darauf freue, dich mein teuer Geliebter bald recht fest in meine  Arme zu schließen und dich an mein Herz zu drücken. Denn ich kann dir aufrichtig schreiben (…), die Liebe zu dir ist unendlich groß."

Heinrich am 26. September 1854

"Meine teure geliebte Louise. Mit freudiger Hand ergreife ich die Feder dir meine teure geliebte Braut den sehnlichen Wunsch zu befriedigen, wo sich dein Herz so sehr nach sehnt und da ich weiß welch große Liebe du gegen mich hast und ich auch dich (…) von Herzen liebe."

Louise am 25. Juli 1856

"Ich (bin) jetzt entschlossen dir - mein herzenslieber Onkel - da du es gerne wünscht, mein Herz und Hand zu schenken - in dem ich der festen Überzeugung bin, dass ich an Dir einen recht guten und liebevollen Mann bekomme."

Heinrich am 14. August 1856

"Liebe Louise, wir hätten es gern so bald als möglich, dich bei uns zu haben (…). Liebe teure Louise, ich warte nicht lange mehr auf deine Zusage, denn ich habe ein sehnliches Verlangen danach."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | NDR Info | 21.06.2021 | 14:00 Uhr

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