Stand: 16.10.2019 18:00 Uhr

Landesamt kontrolliert Labor für Tierversuche

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Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen ein Versuchslabor im Landkreis Harburg.

In einem Tierversuchslabor im Landkreis Harburg sollen nach Angaben von Tierschützern Affen, Katzen und Hunde gequält worden sein, Videoaufnahmen sollen dies beweisen. Nun hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) die Anlage gemeinsam mit dem Landkreis Harburg kontrolliert. Das Landesamt ist zuständig für die Erlaubnis von Tierversuchen. Bis zum Abschluss der Prüfung werden laut LAVES keine neuen Genehmigungen für Tierversuche an das Labor vergeben.

Tiere "in einem nicht zu beanstandenden Allgemeinzustand"

In der Einrichtung Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG (LPT) in Mienenbüttel fand das LAVES eigenen Angaben zufolge etwa 250 Affen, 200 Hunde und 50 Katzen. Alle Tiere hätten sich "in einem nicht zu beanstandenden Allgemeinzustand" befunden. Nun geht es dem Amt um die Versuchsabläufe selbst: Alle genehmigten und angezeigten Tierversuche würden einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Dabei soll geklärt werden, ob die Versuche so durchgeführt werden, wie sie angemeldet und genehmigt wurden. Laut Landesamt wurden bereits in einigen Fällen Abweichungen zwischen den Inhalten der Genehmigungen und den tatsächlichen Gegebenheiten in dem Labor festgestellt. So sei beispielsweise nicht zugelassen gewesen, die Affen mit Klebeband zu fixieren.

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01:36

"Tierschützer wussten es seit März"

16.10.2019 16:30 Uhr

Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, erhebt nach dem Tierquälerei-Verdacht gegen ein Labor im Landkreis Harburg Vorwürfe gegen den Tierschutzverein. Video (01:36 min)

Ministerium kritisiert Schweigen der Tierschützer

Kontrolleure des Landkreises Harburg, die bei dem Laborbesuch ebenfalls dabei waren, hatten bereits die Größe der Käfige moniert. Der Landkreis ist für die fortlaufenden Kontrollen der Versuchstierhaltung zuständig. Die Behörde hat das Labor nach eigenen Angaben seit 2015 neun Mal überprüft, meistens unangekündigt. Dabei seien aber keine gravierenden Verstöße festgestellt worden. Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, wirft den Tierschützern vor, ihre Informationen zu spät an die entsprechenden Stellen weitergegeben zu haben. Die Verstöße waren demnach bereits Ende März bekannt gewesen, der Landkreis erst Anfang Oktober informiert worden. Unterdessen zeigten sich Abgeordnete aller Fraktionen im niedersächsischen Agrarausschuss "erschüttert". Laut Miriam Staudte (Grüne) handelt es sich um ein "Kontrollversagen staatlicher Behörden beim Tierschutz".

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SOKO Tierschutz fordert Ende von Tierversuchen

15.10.2019 17:30 Uhr

Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz fordert ein Ende von Tierversuchen. Diese seien veraltet, unpräzise, gefährlich und außerordentlich grausam. Video (00:58 min)

Staatsanwaltschaft Stade ermittelt

Der Landkreis will nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen in den kommenden Tage klären, ob das Labor überhaupt weiterarbeiten darf oder ob es Auflagen erhält. Auch die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt in dem Fall. Es gibt 35 Einrichtungen in Niedersachsen, die Tierversuche durchführen dürfen. Hinweise auf Verstöße gegen den Tierschutz nimmt unter anderem eine Meldestelle des LAVES entgegen - auch anonym. Zuerst hatten die "Süddeutsche Zeitung" und das ARD-Magazin FAKT über das Thema berichtet.

Weitere Informationen

Tiere in Versuchsanstalt misshandelt?

Tierschützer werfen einer Versuchsanstalt im Landkreis Harburg vor, Tiere misshandelt zu haben. Der Landkreis prüft heimlich aufgenommene Bilder und Videos. (15.10.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.10.2019 | 15:05 Uhr

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