Stand: 03.01.2018 15:34 Uhr

Kriminalbeamte fordern Teams für Cold Cases

Nach neuen Ermittlungsergebnissen im Fall der "Göhrde-Morde" von 1989 wird der Ruf nach mehr Polizeibeamten laut, um weitere ungeklärte Mord- und Vermisstenfälle zu lösen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert, dass landesweit Cold-Cases-Einheiten eingeführt werden - spezielle Teams, die sich ausschließlich um ungeklärte Gewaltverbrechen kümmern.

Fälle immer mal wieder hervorholen - "Das reicht nicht"

Zwei Doppelmorde im Staatsforst Göhrde bei Lüneburg waren kürzlich aufgeklärt worden, zudem wurde 2017 der Leichnam von Birgit M. gefunden. Alle fünf Opfer wurden aller Wahrscheinlichkeit nach 1989 von demselben Mörder umgebracht. Aufklärung nach 28 Jahren - so lange hätte es nicht dauern dürfen, kritisieren die Kriminalbeamten. Es reiche nicht, dass alte Fälle immer mal wieder angefasst würden, sagte der niedersächsische BDK-Vorsitzende Matthias Karsch. Gerade in Lüneburg habe sich gezeigt, dass es Probleme gebe, wenn nicht genügend Ermittler zur Verfügung stünden. Der Fund von Birgit M. war nicht der Polizei gelungen, sondern war nur den privaten Ermittlungen des ehemaligen Hamburger LKA-Chefs Wolfgang Sielaff zu verdanken. Er ist der Bruder des Opfers.

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02:38

Täter der "Göhrde-Morde" ermittelt

28.12.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

1989 erschütterten die "Göhrde-Morde" Deutschland: Zwei Paare waren getötet worden. Fast 30 Jahre später ist der mutmaßliche Täter ermittelt - aber nicht alles geklärt. Video (02:38 min)

Karsch: Überall zu wenig Personal

Landesweit gebe es 250 ungeklärte Tötungsdelikte und Vermisstenfälle. Die Polizeidirektionen in Hannover und Braunschweig seien mit Ermittlern gut ausgestattet - anders sei die Situation jedoch in Lüneburg, Oldenburg und Göttingen. Dort fehle das Personal, um alte Fälle aufzuarbeiten, kritisierte Karsch. Eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums sagte dem NDR, spezielle Ermittlungsgruppen würden landesweit bei Bedarf eingesetzt. Auch das Landeskriminalamt (LKA) stehe bereit, um die örtlichen Ermittler zu unterstützen.

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mit Video

"Göhrde-Mörder" für weitere Taten verantwortlich?

Es scheint sicher: Ein Gärtner, 1993 gestorben, hat vor 28 Jahren zwei Paare in der Göhrde ermordet. Auch Birgit M. soll er 1989 getötet haben - und vermutlich gibt es weitere Opfer. (28.12.2017) mehr

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"Im Nachhinein ist man schlauer"

Bei den Ermittlungen zu den "Göhrde-Morden" und im Fall Birgit M. könnte es Fehler gegeben haben, räumt Lüneburgs Polizeipräsident Robert Kruse ein. Er sei froh über die jetzigen Erfolge. (28.12.2017) Video (02:08 min)

10 Bilder

Die Geschichte einer brutalen Mordserie

Im Sommer 1989 werden im Staatsforst Göhrde bei Lüneburg zwei Paare brutal ermordet. Bis sie einen Verdächtigen haben, tappen die Ermittler lange im Dunkeln. (28.12.2017) Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 03.01.2018 | 14:30 Uhr

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