Stand: 11.10.2018 11:48 Uhr

Knochenfunde: Verbindung zu Mord vor 19 Jahren?

Erneut Knochenfunde im Landkreis Lüneburg: Nachdem ein Förster in einem Wald im Landkreis Lüneburg einen menschlichen Schädel gefunden hatte, sind am Mittwoch drei weitere Knochen gefunden worden, darunter ein menschlicher Beckenknochen. Derzeit werde geprüft, ob die Überreste zu der seit 19 Jahren vermissten Monika Crantz aus Ratzeburg gehören könnten, wie die Polizei Lüneburg NDR.de bestätigte. Ihr Ehemann war im Jahr 2000 in einem sogenannten Prozess ohne Leiche vom Landgericht in Lübeck wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er beging 2003 in der Haft Suizid. Schon damals hatte die Polizei das Waldstück bei Neu Sülbeck durchsucht, aber nichts gefunden.

Fundort deutet auf den Fall Crantz hin

Das Gebiet östlich des Elbe-Seiten-Kanals im Bereich Steinhöhe war am Mittwoch mit Spezialhunden und der Bereitschaftspolizei Lüneburg erneut durchkämmt worden. Dabei fanden die Einsatzkräfte die drei weiteren Knochen. Aktuell werden die Funde anthropologisch untersucht, um die menschliche Herkunft zweifelsfrei zu klären. Anschließend sei eine DNA-Analyse vorgesehen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ob es sich um Leichenteile von Monika Crantz handele, könne aktuell nur vermutet werden. Allein der Fundort lege diesen Verdacht nahe, der bereits 1999 im Fokus gestanden habe, so die Polizei. Darüber hinaus prüfen die Ermittler aber auch mögliche Zusammenhänge zu Vermisstenfällen oder Tötungsdelikten der zurückliegenden Jahrzehnte.

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Ihre Leiche wurde nie gefunden. Jetzt hoffen die Ermittler, endlich eine Spur im Mordfall Monika Crantz entdeckt zu haben.
Hartmut Crantz geriet schnell in Verdacht

Die Geschäftsfrau Monika Crantz war 1999 spurlos verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte sie mehrere Sonnen- und Fitnessstudios in Hamburg und Lübeck betrieben. Hartmut Crantz geriet damals schnell unter Verdacht, seine Frau ermordet zu haben. Crantz hatte während seiner Bundeswehrzeit in Lüneburg seinen Panzerführerschein gemacht, sei demzufolge ortskundig gewesen, so die Argumentation der Ermittler damals. Auch der Tachostand eines Mietautos deutete auf eine Fahrt in die Lüneburger Region hin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 11.10.2018 | 08:30 Uhr

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