Stand: 13.03.2019 18:58 Uhr

Klimaschutz: Lüchow-Dannenberg hat den Masterplan

Die Studie der Universität Gießen zeigt für den Landkreis Lüchow-Dannenberg die unterschiedlichen Einflüsse der Landwirtschaft auf das Klima. (Grafik)

Masterplan für mehr Klimaschutz: Der Landkreis Lüchow-Dannenberg nimmt mit 40 weiteren Regionen an einer bundesweiten Projekt zum Klimaschutz teil. Der Forschungsschwerpunkt hier: der Einfluss der Landwirtschaft auf Treibhausgasemissionen. Am Mittwoch haben Wissenschaftler der Universität Gießen erste Ergebnisse der Arbeit in Lüchow vorgestellt. Die wichtigsten Resultate: Die Landwirtschaft ist der größte Treihausgas-Faktor. Und: Die Auswirkungen liegen viermal höher als die Projektteilnehmer es zum Start angenommen haben.

Landwirtschaft größter Produzent von Treibhausgasen

Mit 35 Prozent ist die Landwirtschaft laut Studie der größte Produzent von Treibhausgasemissionen im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Die Tierhaltung verursacht Methan. Kohlenstoffreicher Boden und der Einsatz von Diesel bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen sind für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verantwortlich. Und die regelmäßige Düngung der Felder erzeugt Lachgas. Ziel ist es, im weiteren Projektverlauf die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren. Von bis zu 95 Prozent ist in einer Ausarbeitung der Projektteilnehmer des Masterplans Klimaschutz die Rede.

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Lüchow-Dannenberg: Bald Vorreiter im Klimaschutz?

Eine Studie der Universität Gießen hat untersucht, welche Auswirkungen die Landwirtschaft im Landkreis Lüchow-Dannenberg auf die regionale Traibhausgasemissionen hat. Download (639 KB)

Problematische Lösungsansätze: Wer soll es umsetzen?

Wie soll das funktionieren? Erste Lösungsvorschläge gibt es in dieser Sektoranalyse Landwirtschaft bereits.

  • Verringerung der Verwendung von Kraftfutter
  • bessere Abstimmung des Kunstdüngereinsatzes auf den Feldern
  • Modernisierung der Fuhrparks und dadurch bedingter sparsamerer Dieselverbrauch
  • Durchmischung der kohlenstoffreichen Moorböden mit humusreicher Erde

Die Probleme liegen auf der Hand: praktische und wirtschaftliche Umsetzung. Wer soll es machen und wie wird es bezahlt? Die Landwirte werden nicht ohne weiteres auf Einnahmen verzichten oder große Ausgaben leisten wollen. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg und der Bauernverband Niedersachsen richten aus diesem Grund eine Beratungsstelle ein - die erste ihrer Art in Deutschland. Sie soll der Information und des transparenten Austauschs dienen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 13.03.2019 | 17:00 Uhr

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