Stand: 15.12.2017 15:17 Uhr

Keine Decatur-Brücke mehr - Bahn will klagen

Für die einsturzgefährdete Decatur-Brücke, die quer über den Rangierbahnhof in Maschen im Landkreis Harburg führt, wird kein Ersatz gebaut. Der Seevetaler Gemeinderat hat am Donnerstag entschieden, dass ein Neubau zu teuer wäre, die Brücke soll ersatzlos abgerissen werden. Harsche Kritik kommt von der Deutschen Bahn, die die Brücke nutzt, um an ihr Betriebsgelände zu kommen, das mitten im Rangierbahnhof liegt - mit einem Sondernutzungsrecht. Für den übrigen Verkehr ist die 700 Meter lange Brücke über Europas größten Rangierbahnhof seit Oktober 2016 gesperrt. Die Bahn hält den Beschluss für sachlich nicht nachvollziehbar und sogar für rechtswidrig. Zum einen bezweifelte ein Bahn-Sprecher am Freitag, dass die Brücke abrissreif ist - sie zu sanieren, sei durchaus denkbar.

Zahlen will die Bahn nichts

Die Bahn verweist zudem darauf, dass das Land Zuschüsse von bis zu 75 Prozent in Aussicht gestellt habe. Doch für die Gemeinde blieben 40 Millionen Euro - zu viel, fanden die Fraktionen einstimmig. Sollte die Brücke irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen, werde die Bahn Klage einreichen und vielleicht auch Schadenersatz fordern, sagte der Sprecher. Einen Neubau mitzufinanzieren, lehnt die Bahn bisher ab. Enttäuscht dürften auch die Einwohner der Orte Maschen und Hörsten sein, denen die Brückenverbindung schmerzlich fehlt. Letzte Hoffnung ist der Ausbau eines kleinen Tunnels. Doch im Moment lehnen die Politiker auch dies ab.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 15.12.2017 | 14:30 Uhr

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