Wasser von einem Pumpversuch fließt durch eine Enteisungsanlage auf der Baustelle des geplanten Coca-Cola-Brunnens in Reppenstedt. Der Konzern möchte mit einem neuen Brunnen bei Reppenstedt bis zu 350 000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Entnahme von Grundwasser: Lüneburg will neue Datengrundlage

Stand: 20.07.2021 14:48 Uhr

Der Landkreis Lüneburg will in Fragen der Grundwasserentnahme künftig auf andere Daten zurückgreifen. Was den geplanten dritten Coca-Cola-Brunnen betrifft, könnte es allerdings zu spät sein.

Nach einem Treffen von Vertretern des Landkreises und des niedersächsischen Umweltministeriums wurde entschieden, dass künftig auf ein neues Prognosemodell zurückgegriffen werden soll. Die Prognose soll bis 2050 reichen, der Erlass dazu soll bis Ende nächsten Jahres fertig sein. Bislang werden teilweise 30 Jahre alte Daten über die Grundwassermenge herangezogen, genauer gesagt: über die Menge, wie viel Grundwasser sich neu bildet.

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Landkreis will Entscheidung vom Land

Was den geplanten dritten Coca-Cola-Brunnen betrifft, könnte das allerdings zu spät sein. Denn es soll noch in diesem Jahr entschieden werden, ob der Brunnen gebaut werden darf oder nicht. Der Landkreis will deshalb für das Coca-Cola-Projekt eine konkrete Einschätzung vom Land haben - direkt für das betroffene Grundwassergebiet bei Reppenstedt. Die Bürgerinitiative gegen diesen Brunnen meint, dass die neue Grundlage ein richtiges Signal ist. Sie hätte jedoch auch gerne, dass die Daten der vergangenen 15 Jahre berücksichtigt würden, weil sich in dieser Zeit das Klima verändert habe und das eben auch Aufschluss über die Grundwassersituation gebe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 20.07.2021 | 15:00 Uhr

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