Stand: 24.04.2018 12:57 Uhr

Gorleben: 26 Fässer weisen Mängel auf

Im Zwischenlager Gorleben (Landkreis Lüchow-Dannenberg) sind erneut Mängel an Fässern mit radioaktivem Müll festgestellt worden. Bei der Inspektionen aller 1.309 Fässer wurden bei 26 Behältern Beschädigungen festgestellt. 17 der beanstandeten Behälter waren korrodiert, bei den übrigen wurden Deformierungen oder abgeplatzte Farbe festgestellt. Dies teilte das Umweltministerium auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (Grüne) mit.

Zwei Behälter wurden geöffnet

Untersucht wurden die Fässer demnach in der Zeit von März 2016 bis Februar 2017. Zwei Behälter wurden geöffnet, um die Ursache für die Schäden zu erforschen. Nach Angaben des Umweltministeriums zeigte sich dabei, dass bei der sogenannten Konditionierung, bei der radioaktive Stoffe vor der Verpackung in einen chemisch stabilen Zustand gebracht werden, noch eine Restfeuchtigkeit geblieben war. Diese führte dazu, dass der Fassboden anfing zu rosten.

Umweltministerium: "Kein Anlass zur Besorgnis"

In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme betonte das Umweltministerium, dass es "keinen Anlass zur Besorgnis" gebe. Bei allen im Abfalllager Gorleben zwischengelagerten Fässern sei eine "Dichtheit" gegeben, in der Folge sei auch eine weitere sichere Handhabung und Transportierung möglich.

Klage vor dem Verwaltungsgericht ruht

Auffällige Fässer sorgen in Gorleben immer wieder für Schlagzeilen - und für einen Streit zwischen Politik und Betreiber, der Mitte 2016 eskalierte: Nachdem der damalige Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) eine Verbesserung der klimatischen Bedingungen der Lagerung forderte, hat die Betreiberfirma Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) beim Verwaltungsgericht Lüneburg Klage eingereicht, weil sie die geforderten Maßnahmen für nicht gerechtfertigt hält. Nach Angaben des Umweltministeriums ist dieser Streit nun offenbar beigelegt. Seit März würde das Verfahren ruhen - auf Antrag der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), die infolge einer Neuordnung seit August 2017 für das Zwischenlager Gorleben verantwortlich ist. Die BGZ will die geforderten Maßnahmen nun umsetzen - doch das wird dauern: Bis September soll zunächst ein entsprechendes Konzept erarbeitet werden. Wann die Umsetzung erfolgt, ist nicht bekannt.

Kommt die Nachbesserung überhaupt?

Der Grünen-Landtagsabgeordneten Miriam Staudte geht das zu langsam. "Es kann gut sein, dass sich das Ganze so verzögert, dass die Verbesserung der Lagerbedingungen gar nicht mehr kommt, bevor die Fässer ohnehin ausgelagert werden", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Die Frist der im Jahr 1999 in Gorleben eingelagerten Fässer läuft im nächsten Jahr aus. Nach Angaben des Umweltministeriums wurden bereits 725 Behälter wieder ausgelagert. Aktuell seien noch 584 Fässer in Gorleben zwischengelagert. "Bis spätestens Mitte 2019" sollen diese nach Ministeriumsangaben ausgelagert und ins Transportbehälterlager Ahaus (NRW) gebracht werden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.04.2018 | 05:00 Uhr

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