Stand: 10.09.2018 17:13 Uhr

"Göhrde-Mörder": Polizei prüft 100 weitere Fälle

Hat der mutmaßliche "Göhrde-Mörder" von Lüneburg, Kurt-Werner Wichmann, deutlich mehr Menschen umgebracht als bereits angenommen? Die Polizei prüfe aktuell mögliche Verbindungen des 1993 gestorbenen Mannes zu rund hundert ungeklärten Taten, sagte Mathias Fossenberger, Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg, am Montag. Grundlage dafür sei ein im Juni erstelltes Bewegungsprofil von Wichmann, das an Polizeidienststellen in ganz Deutschland geschickt worden war. "Bislang haben sich 42 Dienststellen gemeldet, die ungefähr hundert verschiedene interessante Fälle geliefert haben", sagte Fossenberger. Darunter seien auch Vermisstenfälle.

Alte Fotoaufnahme von Kurt-Werner Wichmann

Hat der "Göhrde-Mörder" weitere Taten verübt?

Hallo Niedersachsen -

Bisher wurden dem sogenannten Göhrde-Mörder Kurt-Werner Wichmann fünf Morde zugeschrieben. Doch nun prüft die Polizei mögliche Täterschaften in 100 weiteren Fällen.

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LKA prüft bereits Beteiligung von Wichmann an 24 Taten

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen hat anhand einer operativen Fallanalyse bereits 24 Taten ermittelt, die möglicherweise von Wichmann verübt worden sind. Die nun hinzugekommenen knapp 100 Fälle liegen teilweise schon Jahrzehnte zurück und verteilen sich auf ganz Deutschland. Ob Wichmann tatsächlich als Täter infrage kommt, müssen nun allerdings Ermittlungen in jedem einzelnen Fall zeigen. Sprecher Fossenberger geht davon aus, dass dies Jahre in Anspruch nehmen werde. Der frühere Friedhofsgärtner wird die Polizei also noch lange beschäftigen.

Ermittler werten 200 weitere Spuren aus

Derzeit würden zudem etwa 200 Spuren und Asservate vom Landeskriminalamt Niedersachsen ausgewertet, teilte Fossenberger mit. Sie waren im April bei einer Durchsuchung im früheren Haus des Verdächtigen sichergestellt worden. Unter der Garage war 2017 die vergrabene Leiche einer seit 1989 vermissten Frau gefunden worden. Der frühere Hausbesitzer gilt auch als Verantwortlicher für die zwei Doppelmorde in der Göhrde von 1989. In dem östlich von Lüneburg gelegenen Waldgebiet waren damals zwei Paare getötet worden. Wichmann beging 1993 in Haft Selbstmord.

Weitere Informationen

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Hallo Niedersachsen | 10.09.2018 | 19:30 Uhr

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