Stand: 28.02.2019 18:00 Uhr

Geplanter Wolfs-Abschuss: Genehmigung verlängert

Die erteilte Abschussgenehmigung für den Leitwolf aus dem Rodewalder Rudel ist bis zum 31. März verlängert worden. Dies teilte das Umweltministerium am Vormittag mit. Die ursprünglich vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erteilte Genehmigung wäre heute ausgelaufen. In Schleswig-Holstein wurde die Frist zum Abschuss eines anderen Wolfes, der sich im Kreis Pinneberg aufhalten soll, ebenfalls um einen Monat verlängert.

Tötung soll "zügig" erfolgen

Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort, teilte das niedersächsische Umweltministerium mit. Die Tötung des Tieres, dem mehrere Angriffe auf Rinder nachgewiesen werden, soll "zügig" erfolgen, hieß es. Minister Olaf Lies (SPD) gab sich zuversichtlich, dass das gelingen werde: "Das zum Abschuss freigegebene Tier ist an optischen Merkmalen zu erkennen." Zu dem weiteren Verfahren wollte sich Lies nicht äußern. Angesichts der Emotionalität im öffentlichen Streit um den Wolf gehe es auch darum, "die Leute zu schützen, die das machen."

NABU hält Abschussgenehmigung für falsch

Der Naturschutzbund (NABU) kritisiert die Abschussgenehmigung. Die Begründung des NLWKN, die sich lediglich auf zwei Einzelfälle beziehe, reiche nicht aus und sei fachlich falsch, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es gebe zwar eine Häufung von Nutztierrissen im Bereich des Rodewalder Rudels, doch diese sei in erster Linie auf einen zu geringen Herdenschutz zurückzuführen. Die Naturschützer werfen dem Land vor, dass es nach den ersten Rissen keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen hat. Auch in der niedersächsischen Landespolitik gibt es Vorbehalte gegen den geplanten Abschuss: Der frühere Agrarminister Christian Meyer (Grüne) sagte, er sehe nicht genügend Kriterien erfüllt, die für den Abschuss sprechen. Dagegen hat Umweltminister Olaf Lies (SPD) seine Entscheidung bereits mehrfach verteidigt.

Wolf für mehr als 40 Risse verantwortlich

Dem Wolfsrüden mit der Kennung "GW717m" können seit April 2018 mehrere Angriffe auf Rinder nachgewiesen werden, die vor Wölfen geschützt waren. Nach Angaben des Umweltministeriums sind dem Wolf mehr als 40 Risse von Nutztieren zuzuordnen, darunter Ponys und Rinder. In DNA-Proben sei stets seine DNA nachgewiesen worden, hieß es. Am vergangenen Freitag hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Rechtmäßigkeit der behördlichen Abschussgenehmigung bestätigt. Das Gericht wies damit eine Beschwerde des "Freundeskreises freilebender Wölfe" gegen die Tötung des Tieres zurück. Der Lüneburger Beschluss ist unanfechtbar. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Oldenburg den Abschuss genehmigt und einen Eilantrag des Vereins abgelehnt. Aufgrund dessen hatte die Ausnahmegenehmigung zeitweise geruht.

Landvolk für Abschuss des kompletten Rudels

Das Umweltministerium in Hannover hatte den Rüden am 23. Januar per Ausnahmegenehmigung zum Abschuss freigegeben. Darauf wurde über die Entscheidung heftig diskutiert. Die Landesjägerschaft begrüßte einen Abschuss des Tiers. Das Landvolk ging sogar einen Schritt weiter und forderte, dass gesamte Rudel zu töten. Der Verband bezweifelt, dass es reicht, nur den Leitrüden zu töten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 28.02.2019 | 08:30 Uhr

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