Stand: 24.01.2019 20:28 Uhr

Freundin im Rausch getötet: Prozess neu gestartet

In einem neu gestarteten Prozess muss sich seit Donnerstag ein 22-Jähriger verantworten, der seine Freundin im Drogenrausch getötet haben soll. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin gab der junge Mann an, Erinnerungslücken zu haben. Er sagte aus, mit der 18-Jährigen LSD konsumiert zu haben. Später sei er verletzt in einem Sessel zu sich gekommen. Er bereue sehr, was passiert sei. Bereits im vorangegangenen Verfahren, das wegen eines erkrankten Richters geplatzt war, hatte der Mann ausgesagt, sich nicht an die Tat erinnern zu können. Angeklagt ist er wegen Vollrausches in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Angeklagter flüchtete nach der Tat

Laut Anklage ist der heute 22-Jährige in seinem Elternhaus in Bergen (Landkreis Celle) im LSD-Rausch in einen psychotischen Zustand geraten. Daraufhin soll er seine Freundin durch zahlreiche Messerstiche und Schnitte grausam zugerichtet haben. Polizeibeamte fanden die tödlich verletzte 18-Jährige im Badezimmer des Hauses. Nach der Tat floh der Angeklagte zunächst zu seiner Familie, die nach Russland gereist war. Von dort aus informierte er die Polizei in Bergen und stellte sich kurz darauf.

Angehörige zweifeln an Drogen als Tat-Auslöser

Das Gericht will nun an insgesamt neun Prozesstagen bis Ende Februar herausfinden, ob allein die Drogen Auslöser für den Tod der 18-Jährigen waren. Zweifel daran gibt unter anderem von einer Anwältin der Familienangehörigen der jungen Frau. Die Angehörigen sind Nebenkläger in dem Prozess.

Bis zu fünf Jahre Haft wegen Vollrausches möglich

Wird der Angeklagte wegen vorsätzlichen Vollrausches verurteilt, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. In Paragraf 323a des Strafgesetzbuches heißt es dazu: "Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig durch alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel in einen Rausch versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn er in diesem Zustand eine rechtswidrige Tat begeht und ihretwegen nicht bestraft werden kann, weil er infolge des Rausches schuldunfähig war oder weil dies nicht auszuschließen ist." Für den Besitz und die Weitergabe der Droge könnte eine Gefängnisstrafe noch verlängert werden. Urteilen die Richter auf Totschlag, drohen dem 22-Jährigen 15 Jahre Haft.

Weitere Informationen

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Der Prozess gegen einen 21-Jährigen, der seine Freundin im Drogenrausch erstochen haben soll, muss neu beginnen. Einer der Richter am Landgericht Lüneburg ist erkrankt. (26.11.2018) mehr

Tötung im LSD-Rausch: Freund spricht von Filmriss

Ein Mann aus Bergen bei Celle muss sich seit Dienstag verantworten, weil er seine Freundin unter LSD-Einfluss erstochen haben soll. Zu Prozessbeginn berief er sich auf einen "Filmriss". (30.10.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 24.01.2019 | 14:30 Uhr

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