Stand: 23.05.2018 21:05 Uhr

Familie entsetzt über Verlust von Känguru "Viggo"

Das Veterinäramt Celle hat einer Familie aus Bergen ein Känguru weggenommen. Dies teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Die Familie hatte "Viggo" mehr als drei Jahre als Haustier gehalten. In den vergangenen Monaten hatte das Amt versucht, sich mit der Familie über die Haltebedingungen zu einigen - vergeblich. Nun seien die letzten Fristen verstrichen, das Känguru sei abgeholt und "artgerecht untergebracht" worden. Sollte die Familie nachbessern, würde das Amt das Haustier wieder zurückgeben. Die Familie selbst spricht von einer "überfallartigen Aktion".

Familie sieht sich in Opfer-Rolle

Halter Benjamin Müller beschrieb gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die Szenerie mit drastischen Worten. "Am Morgen standen plötzlich fünf Leute ohne Ankündigung vor der Tür. Als wir sie wieder schließen wollten, traten sie sie ein", sagte Müller. "Die Kinder schrien, ich rief unseren Anwalt an, meine Lebensgefährtin ist auf den Amtstierarzt losgegangen und dann haben sie 'Viggo' eingefangen." Die Familie betrachtet sich als Opfer - aber auch die Behörden sehen sich im Recht: Nachdem das Känguru im vergangenen Sommer ausgebüxt war und es Polizisten wieder einfangen mussten, überprüften Tierärzte und Behörden die Haltebedingungen. Sie stellten fest, dass der Garten, in dem "Viggo" herumhopste, nach den gesetzlichen Bestimmungen rund 50 Quadratmeter groß und damit ein Viertel zu klein für ein Rotnackenwallaby ist.

Nur eine von drei Auflagen erfüllt

Im Oktober 2017 forderten sie die Familie dann auf, das Känguru in einem größeren Gehege unterzubringen, es mit Artgenossen zusammenzuführen und einen Sachkundenachweis zu erbringen. Einzig den Nachweis hätten die Halter nach Angaben des Landkreises erbracht. Man habe dreimal die Fristen verlängert, um der Familie mehr Zeit zu geben, sagte ein Landkreis-Sprecher. Doch nun sei man zum Handeln gezwungen gewesen.

Schwierige Suche nach einem Artgenossen

Auch seine Familie sei längst die geforderten konkreten Schritte gegangen, behauptet Benjamin Müller: Nächste Woche habe man vor, einen Mietvertrag für ein Haus mit einem genügend großen Grundstück zu unterschreiben. Dazu habe man Kontakt zu mehreren Wallaby-Züchtern aufgenommen, um einen Artgenossen für "Viggo" zu finden, wie es das Amt gefordert hatte. Doch es sei schwierig ein anderes Tier zu finden, sagte Müller: "Normalerweise verscheucht er jeden Vogel, der im Garten landet." Das Wallaby habe stattdessen mit den Kindern gespielt. "Jetzt schreien die Kinder nur noch und möchten nicht mehr zur Schule gehen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 23.05.2018 | 15:30 Uhr

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