Polizeiwagen vor Mehrfamilienhäusern. © TNN

Ermittlungen gegen Betreiber illegaler Sammelunterkünfte

Stand: 27.10.2020 13:35 Uhr

Die Polizei ermittelt gegen den Besitzer mehrerer Wohnungen in Bad Fallingbostel. Diese hatten sich als illegale Sammelunterkünfte für Arbeiter herausgestellt. Corona-Regeln wurden dort missachtet.

Die Beamten haben jetzt damit begonnen, beschlagnahmte Laptops und Unterlagen aus der Wohnung des mutmaßlich Verantwortlichen auszuwerten. Das sagte ein Polizeisprecher dem NDR in Niedersachsen. Der Mann sei zu Hause nicht angetroffen worden, deshalb werde jetzt nach ihm gesucht. Er stehe im Verdacht, seine Wohnungen gleichzeitig an mehrere seiner osteuropäischen Arbeitskräfte vermietet zu haben. Entgegen der Corona-Vorschriften hätten sie dort unter extrem beengten Zuständen gelebt.

Arbeitskräfte halten sich legal in Deutschland auf

Gegen die 73 osteuropäischen Arbeitskräfte aus den illegalen Sammelunterkünften wird nicht ermittelt. Sie seien legal in Deutschland, sagte der Polizeisprecher. Für sie müsse der Wohnungsbesitzer nun neue Unterkünfte organisieren. Bei der Großkontrolle am Montagmorgen deckten die Beamten insgesamt neun Sammelunterkünfte auf, die nicht als solche angemeldet waren. Sie seien zu eng und überbelegt gewesen. Nach den aktuellen Vorschriften darf jeder Raum nur von einer Person bewohnt werden - außer es handelt sich um den Ehepartner oder die eigene Familie.

"Räderwerk" organisierte Aktion

Die Arbeiter sind laut Polizei in der Logistik-Branche beschäftigt. Die Durchsuchungsaktion am Montag, an der mehr als 50 Beamte beteiligt waren, wurde vom "Räderwerk" organisiert - einem Zusammenschluss verschiedener Ermittler und Behörden aus dem Heidekreis gegen kriminelle Strukturen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 27.10.2020 | 14:30 Uhr

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