Stand: 09.11.2018 11:11 Uhr

Erdgas-Terminal: Stade denkt schon an Baustart

Mit der "AIDAnova" hat die Papenburger Meyer Werft das weltweit erste Kreuzfahrtschiff gebaut, dass mit LNG betrieben werden soll.

Von der Weltbühne bis zum Kreistag: Das erste Import-Terminal für "liquefied natural gas" - kurz LNG - beschäftigt die Politik. Weil US-Präsident Trump mehr US-Gas nach Deutschland verkaufen und die Erdgaslieferungen aus Russland zurückdrängen will, wird gerade mit Hochdruck nach einem geeigneten Hafenstandort in Norddeutschland gesucht. Unter anderem ist Stade im Gespräch, außerdem Wihelmshaven, aber auch Brunsbüttel. Die Landesregierung will sich auf einen Favoriten bislang allerdings nicht festlegen. Doch nun könnte Stade in dem Wettlauf die Nase vorn haben.

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Stade ist bereit zum Bau

So habe die Stade-Projektgesellschaft nach eigenen Angaben einen weiteren Groß-Abnehmer für das angelieferte Erdgas gefunden: Neben Niedersachsens größter Chemiefabrik DOW Stade benötigt auch AOS in Stade-Bützfleth möglichst preiswerte Energielieferungen. AOS-Geschäftsführer Volker Richter plädiert deshalb für einen schnellen Bau des Stader LNG-Terminals. Die Stade-Projektgesellschaft signalisiert jedenfalls bereits Startbereitschaft: Ab 2021 könne gebaut werden, bei etwa 500 Millionen Euro Investitionskosten. 2023 könne dann das erste Gas per Schiff im Stader Seehafen angeliefert werden. Zuvor hatten auch die Investoren in Brunsbüttel verkündet, ein Terminal in vier Jahren fertigstellen zu können. Sollte sich das Land für Stade entscheiden, dürfte das den kommissarischen CDU-Generalsekretär Kai Seefried aus Drochtersen freuen: Er macht aus seiner Präferenz für ein Stader LNG-Terminal keinen Hehl.

Lies will für Wilhelmshaven "kämpfen"

Nach wie vor hat aber auch Wilhelmshaven einen politisch gewichtigen Fürsprecher: So hat Umweltminister Olaf Lies (SPD) angekündigt, für Wilhelmshaven als Standort zu "kämpfen." Wilhelmshaven sei aufgrund der geografischen Lage, der nautischen Rahmenbedingungen sowie der Gasnetzanbindung der perfekte Ort für ein LNG-Terminal, so Lies. Zuvor hatte auch eine Studie Wilhelmshaven die besten Bedingungen bescheinigt. Begründet wurde das unter anderem mit der Nähe zum JadeWeserPort sowie den Häfen in Bremerhaven, Bremen und Brake, was ausreichend Absatzpotenzial bedeute.

Land will noch in diesem Jahr erschließen

Im gemeinsamen Entschließungsantrag mit dem die Landsregierung ein LNG-Terminal in Niedersachsen politisch unterstützen will, werden nach wie vor sowohl Stade als auch Wilhelmshaven genannt. Der Entschießungsantrag soll noch in diesem Jahr im Landtag verabschiedet werden. LNG gilt als der Schiffsantrieb der Zukunft, weil das flüssige Erdgas deutlich umweltfreundlicher als Schweröl ist. Die Papenburger Meyer Werft hat mit der "AIDAnova" das weltweit erste Kreuzfahrtschiff gebaut, dass zu 100 Prozent mit LNG betrieben werden soll. Ein Terminal ist nötig, weil LNG tiefgekühlt geliefert und gelagert werden muss.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.11.2018 | 17:00 Uhr

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