Das ehemalige Erkundungsbergwerk Gorleben © picture alliance Foto: Philipp Schulze

Endlagersuche: Bundesbehörde kritisiert frühes Gorleben-Aus

Stand: 15.10.2020 18:42 Uhr

Der Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hat das frühe Ausscheiden von Gorleben als Atommüll-Endlager kritisiert.

"Meine Sorge ist, dass diese Entscheidung das weitere Verfahren nicht erleichtert, sondern belastet", sagte Wolfram König der "Süddeutschen Zeitung". Dass Gorleben in einem vergleichenden Verfahren keine Chance habe, sei für ihn zwar nicht überraschend, sagte König. Er halte es aber für problematisch, dass der Standort noch vor einer Beteiligung der Öffentlichkeit herausgefallen sei. "Wir erleben jetzt, dass mit dem frühen Ausscheiden Gorlebens versucht wird, Zweifel am Verfahren zu nähren, an seiner Wissenschaftlichkeit."

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Lies "erschrocken und erstaunt"

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) zeigte sich angesichts der Aussagen "erschrocken und erstaunt". "Dass König das Aus für den Salzstock Gorleben in Niedersachsen bei der Suche nach einen Atommüll-Endlager als 'belastend' für das weitere Verfahren nennt, muss ich auf das Schärfste zurückweisen", sagte Lies am Donnerstag. Die Festlegung der Teilgebiete, zu denen Gorleben als Salzstock nicht zähle, sei nach wissenschaftlichen Kriterien und in einem transparenten Verfahren getroffen worden. "Daran gibt es nichts zu deuten."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 15.10.2020 | 09:30 Uhr

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