Stand: 17.10.2016 18:07 Uhr

Eingeschränkter Fahrplan: Kritik an Metronom

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Metronom-Nutzer müssen sich bis Ende Oktober auf Einschränkungen einstellen. (Archivbild)

Zugausfälle und -verspätungen gehören für viele Pendler und Bahnreisende mittlerweile schon fast zum Alltag. So müssen sich auch Reisende der Metronom-Eisenbahngesellschaft seit Montag mit Zugausfällen arrangieren. Das private Unternehmen aus Uelzen fährt vorübergehend mit einem eingeschränkten Fahrplan, weil Züge fehlen und Lokführer krank sind. Die Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer (GdL) führt das auf ein verfehltes Management zurück. Hartmut Petersen, GdL-Bezirksvorsitzender, sagte im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen: "Wenn man dem Zugpersonal Überstunden und Extra-Arbeit an freien Tagen abverlangt, zeugt das davon, dass die Personalpolitik nicht stimmt."

Auch Metronom hat Nachwuchssorgen

Das Problem hätten allerdings alle Bahnverkehrsunternehmen, so Petersen weiter. Bundesweit fehlten rund 1.000 Lokführer. Bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne könnten Abhilfe schaffen. Metronom-Sprecher Björn Pamperin, weist die Kritik der Gewerkschaft zurück. "Wir haben unbesetzte Stellen. Wir würden mit Kusshand jeden Lokführer nehmen oder jeden Mitarbeiter, der sich um Lokführer ausbilden lassen möchte", sagte Pamperin dem NDR. Metronom-Betriebsratsvorsitzender Andreas Pantschek betonte zudem, dass sich das Unternehmen im Vergleich zu anderen Privatbahnen mit seinen Zusatzleistungen wie ausreichend Urlaub und sozialverträglichen Schichtplänen durchaus im "oberen Bereich" bewege. Die Deutsche Bahn habe den Metronom bei den Löhnen aber inzwischen überholt, räumt er ein.

Einschränkungen in den kommenden zwei Wochen

Auf den Strecken Lüneburg-Hamburg, Rotenburg-Hamburg und Tostedt-Hamburg sind wegen des Personalmangels nun insgesamt zehn Verbindungen gestrichen worden. Dadurch sollen kurzfristige Zugausfälle wie in den vergangenen Wochen vermieden werden, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Für die Misere gibt es zwei Gründe: Kranke Lokführer und fehlende Loks nach einem Rangierunfall. Die Einschränkung wird voraussichtlich zwei Wochen dauern. In dieser Zeit will sich das Unternehmen nach eigenen Angaben darum bemühen, kurzfristig eine Ersatz-Lok zu mieten. Zudem soll die Personalreserve aufgestockt werden. Auch das private Bahnunternehmen Nordwestbahn musste vor wenigen Wochen wegen zahlreicher Krankheitsfälle seinen Fahrplan ausdünnen.

Folgende Metronom-Züge fallen aus

  • Lüneburg - Hamburg Hbf um 5.52 Uhr
  • Rotenburg - Hamburg Hbf um 6.09 Uhr
  • Lüneburg - Hamburg Hbf um 7.32 Uhr
  • Tostedt - Hamburg Hbf um 7.34 Uhr
  • Hamburg Hbf - Tostedt um 15.20 Uhr
  • Hamburg Hbf - Tostedt um 16.17 Uhr
  • Hamburg Hbf - Tostedt um 16.53 Uhr
  • Hamburg Hbf - Tostedt um 17.50 Uhr
  • Hamburg Hbf - Rotenburg um 18.20 Uhr
  • Hamburg Hbf - Lüneburg um 19.03 Uhr

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Unternehmens: www.der-metronom.de/aktuell/

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 17.10.2016 | 17:00 Uhr

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