Stand: 10.12.2019 21:03 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

"Dschungel-Lehrerin" verliert Beamtenstatus

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Die Lehrerin spricht in einer früheren Verhandlung mit einem Anwalt. Beim Prozessende vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg fehlte die Frau.

Eine Lehrerin, die ihre Tochter ins RTL-"Dschungelcamp" nach Australien begleitet und sich dafür krankschreiben lassen hatte, verliert zum Jahresende ihren Beamtenstatus. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) hat am Dienstag die Berufung der 50-Jährigen als unbegründet zurückgewiesen. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Ende April dieses Jahres ist damit rechtskräftig. "Die Beklagte hat ein sehr schweres Dienstvergehen begangen", sagte der Vorsitzende Richter, Hans-Jochen Schmidt. Nach Angaben der Landesschulbehörde verliert die Lehrerin mit dem Urteil auch ihre Pensionsansprüche. Zum Gerichtstermin war die Pädagogin nicht erschienen.

Der Lehrerschaft erheblichen Schaden zugefügt

Im Januar 2016 sei die Lehrerin dem Dienst schuldhaft ferngeblieben und habe ihre Dienstpflichten gravierend verletzt, sagte Schmidt. Nachdem ihr Antrag auf Sonderurlaub zuvor abgelehnt worden war, sei sie planvoll und berechnend vorgegangen, um sich ungerechtfertigt krankschreiben zu lassen. Mit ihrem Verhalten habe die Lehrerin das Vertrauen der Öffentlichkeit und des Dienstherrn verloren. Der Lehrerschaft und dem gesamten öffentlichen Dienst habe sie erheblichen Schaden zugefügt. Damit sei die disziplinarrechtliche Höchstmaßnahme gerechtfertigt, so Schmidt.

Landesschulbehörde überweist kein Geld mehr

Die vom Dienst suspendierte Lehrerin erhielt zuletzt noch die Hälfte ihrer Bezüge, rund 2.100 Euro netto. Ende dieses Monats werden die Zahlungen laut einer Sprecherin der Landesschulbehörde eingestellt. Auch für die Prozesskosten muss die 50-Jährige nach diesem Urteil aufkommen. Eine Revision ist nicht zugelassen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers bleibt der Frau noch der Gang zum Bundesverfassungsgericht, sollte sie ihre Grundrechte verletzt sehen. Ob sie einen solchen Schritt plant, wollte ihr Anwalt nicht kommentieren.

Geldstrafe wegen erschlichener Krankschreibung

In einem zweiten Verfahren war die Frau bereits vom Landgericht Lüneburg wegen des Gebrauchs eines erschlichenen Gesundheitszeugnisses zu einer Geldstrafe von 5.400 Euro verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Celle hat das Urteil inzwischen bestätigt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 10.12.2019 | 17:00 Uhr

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