Stand: 16.05.2019 14:34 Uhr

Cyber-Netzwerk "Avalanche": Ermittlungen beendet

Als im Dezember 2016 der von Niedersachsen aus koordinierte Schlag gegen das weltweite Computernetzwerk "Avalanche" öffentlich wurde, waren die Reaktionen positiv: Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die Größenordnung der Aktion, bei der zeitgleich in zehn Ländern Durchsuchungen, Festnahmen und Beschlagnahmungen erfolgten, als "Kampfansage an die internationale Kriminalität im Cyber-Raum". Knapp zweieinhalb Jahre später sind die Ermittlungen - an denen Behörden in 39 Staaten, darunter die Staatsanwaltschaft Verden und die Zentrale Kriminalinspektion der Polizei Lüneburg beteiligt waren - abgeschlossen. Dies teilten die Behörden am Donnerstag mit.

Eine Infografik zeigt die Machenschaften von Cyber-Kriminellen.

Operation "Avalanche": Erfolg gegen Cyber-Kriminelle

Hallo Niedersachsen -

2016 ist das bisher wohl größte weltweite Netzwerk von Cyber-Kriminellen zerschlagen worden. Jetzt wurden die Ermittlungen abgeschlossen. Mit dabei: Ein Oberstaatsanwalt aus Verden.

3 bei 6 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Computerbetrug und Geldwäsche

Elf Beschuldigte müssen sich demnach vor Gericht verantworten - unter anderem in Russland, den USA, der Ukraine und in Aserbaidschan. Ihnen wird bandenmäßiger Computerbetrug und Geldwäsche vorgeworfen.

Zwei Beschuldigte in Deutschland

Grundlage für die Ermittlungen seien Erkenntnisse und Beweismittel gewesen, die von deutschen Behörden entdeckt wurden, heißt es. Die kriminellen Netzwerke mit Computer-Schadsoftware seien von Deutschland aus zwar weder aufgebaut und betrieben worden. Doch auch hier werde gegen zwei Beschuldigte ermittelt: Diese hätten das gestohlene Geld für die anderen Beteiligten gewaschen, sagte Markus Röske von der Staatsanwaltschaft Verden NDR 1 Niedersachsen.

Schaden von 100 Millionen Dollar

Die aufgedeckten Computer-Betrügereien gelten als das weltweit wohl größte kriminelle Netz, dem die Ermittler mit jahrelangen Nachforschungen je auf die Schliche kommen konnten. Mindestens seit dem Jahr 2009 hätten die Betrüger unbemerkt Schadprogramme auf den Rechnern ihrer Opfer installiert, um im Anschluss Geldüberweisungen von den Konten der Opfer auf fremde Bankkonten zu veranlassen. Weltweit seien mehrere Zehntausend Rechner über das Schadsoftware-Netzwerk infiziert worden - mit einem geschätzten Schaden von 100 Millionen US-Dollar. In Deutschland haben die Ermittler den Angaben zufolge fast 1.700 solcher Angriffe registriert. Der Schaden betrage hierzulande mindestens 8,7 Millionen Euro.

Weitere Informationen

Nach Schlag gegen "Avalanche": Polizei zufrieden

Vor sechs Monaten haben Ermittler unter niedersächsischer Federführung ein Cyber-Netzwerk zerschlagen. Das sogenannte Botnetz "Avalanche" ist laut Polizei dauerhaft zerstört. (29.05.2017) mehr

Das Erste: Panorama

Raubzug im Netz - wie Verbraucher geplündert werden

Das Erste: Panorama

Ein Klick und das Geld ist weg, Anhang geöffnet und der Computer ist gekapert - allein in Deutschland wurden mehr als 50.000 Opfer eines Computerbetrugs von Cyberkriminellen. (20.04.17) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.05.2019 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:27
Niedersachsen 18.00
02:36
Hallo Niedersachsen
03:59
Hallo Niedersachsen