Stand: 15.06.2020 14:58 Uhr

Corona-Regeln: Polizei registriert weniger Verstöße

Ein Polizist telefoniert während eines Polizeieinsatzes vor zwei Einsatzwagen. © picture-alliance Foto: Paul Zinken
Viele Verstöße wurden an diesem Wochenende in den Abendstunden oder der Nacht registriert - etwa bei privaten Feiern. (Themenbild)

Die Bürger in Niedersachsen halten sich nach Ansicht der Polizei weiterhin großteils an die Corona-Regeln, also beispielsweise an Mindestabstand und Mundschutzpflicht. Landesweit wurden am Wochenende weniger als 50 Ordnungswidrigkeiten gemeldet. Straftaten wie das unerlaubte Verlassen der Quarantäne gab es dagegen keine, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Hunderte versammeln sich auf Brücke in Lüneburg

Verstöße gab es aber weiterhin - insbesondere an Orten, an denen sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten. So etwa in Lüneburg: Am Wochenende hatten sich rund 300 Menschen auf der Stintbrücke in der Altstadt versammelt und gefeiert. Nach Angaben der Polizei hielten die meisten den in der Corona-Verordnung festgelegten Mindestabstand nicht ein. Auf einzelne Hinweise durch die Polizei sei nicht reagiert worden. Erst nach einer Lautsprecheransage sei die Menge schließlich etwas geschrumpft.

Private Feier endet mit Angriff auf Polizisten

Verstöße registrierte auch die Polizei im Landkreis Harburg: In Buchholz feierten am Sonnabend mehr als 40 Menschen in einem Gewerbebetrieb - ohne Abstandsregeln zu beachteten und ohne Mundschutz zu tragen, wie die Polizei mitteilte. Gegen 43 Personen wurden Bußgeldverfahren eingeleitet. Einen 57-Jährigen erwartet zudem ein Strafverfahren: Er hatte den Angaben zufolge einen der Polizisten angegriffen und verletzt. In Hameln (Landkreis Hameln-Pyrmont) wurden in der Nacht zu Sonnabend 25 Menschen bei einer privaten Feier in einer Grillhütte erwischt - auch sie erhielten entsprechende Anzeigen. Verstöße gegen die Abstandsregeln sorgten zudem für Polizeieinsätze in einer Gaststätte in Müden/Aller (Landkreis Gifhorn) sowie einer Bar in Tostedt (Landkreis Harburg).

Polizei: Vernunft überwiegt

Auch in Hannover hätten sich am Wochenende nicht alle Bürger an Abstands- oder Maskenpflicht gehalten, wie ein Polizeisprecher sagte. Insgesamt habe es in der Region aber nur wenige Verstöße gegeben. Ähnlich ist der Eindruck bei der Polizei Osnabrück: Die Menschen hielten sich überwiegend an die Regeln und seien vernünftig, hieß es. Auch in Braunschweig fiel zumindest die vorläufige Bilanz positiv aus: Verstöße gegen die Abstandsregeln waren bis Sonntagabend nicht bekannt, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte.

Innenministerium sieht keine gravierende Nachlässigkeit

Nach Ansicht des niedersächsischen Innenministeriums sorgen die gelockerten Corona-Regeln nicht gravierend dafür, dass die Bürger nachlässiger werden. In schweren Fällen, wenn sich beispielsweise Gastronomen nicht an die Regeln halten oder wenn das eigene Haus trotz Quarantäne verlassen wird, ermitteln die Staatsanwaltschaften. In Osnabrück waren es etwa seit Beginn der Auflagenmehr als 300 Fälle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.06.2020 | 12:00 Uhr

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