Kinder füttern Hühner in einem Kleingarten. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Corona-Krise lässt Kleingärten weiter boomen

Stand: 05.03.2021 10:25 Uhr

Corona-Krise und Lockdown haben die Nachfrage nach Kleingärten rasant steigen lassen. Vor allem junge Familien in den Städten tragen zu dem Boom bei.

Kaum Reisemöglichkeiten, eingeschränkte Kontakte und nur wenige Ausflugsziele - da liegt der Schrebergarten in der Stadt nahe. "Das gute Wetter führt dazu, dass es noch einmal einen Schub gibt", sagt der Vorsitzende des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde, Joachim Roemer. In Städten wie Lüneburg gebe es in 16 Kleingartenvereinen kaum noch freie Parzellen, so Roemer. Das sei in anderen Städten im Land ähnlich. Zum Beispiel in Braunschweig: "Die Leerstände gehen gegen null", sagt Manfred Weiß, Vorsitzender des Landesverbands Braunschweig der Gartenfreunde. 2018/2019 gab es in Braunschweig 100 bis 130 Bewerber auf den Wartelisten - 2020 waren es schon 450. Weiß schätzt, dass die Nachfrage nach Parzellen landesweit etwa um das Vierfache gestiegen ist.

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"Nicht nur Erholung und Wochenendgarten"

Doch nicht alle auf der Warteliste sind die perfekten Kleingärtner, bedauert der Landesvorsitzende. Es gebe viele, die eigentlich nur raus wollten. "Kleingarten ist aber nicht nur Erholung und Wochenendgarten", sagt Weiß, "Kleingärten müssen auch bewirtschaftet werden." Das heißt: Wer einfach nur das Trampolin und das Planschbecken für die Kinder im Schrebergarten aufstellt, macht sich schnell unbeliebt. Laut Bundeskleingartengesetz muss nämlich ein Drittel der Parzelle mit Obst oder Gemüse bepflanzt werden.

Mehr Kinder in den Kolonien

In den vergangenen Jahren wüssten zunehmend junge Familien mit Kindern einen Kleingarten sehr zu schätzen, hat Roemer beobachtet. Etwa um den Kindern zu zeigen, wie eine Möhre wächst. So ist auch die Zahl der Kinder in den Gartenkolonien gestiegen. Auch das Image vom spießigen Schrebergärtner hat sich inzwischen gewandelt. "Früher hatte man die Vorstände im Unterhemd mit dem Zollstock in der Hand vor seinem Auge", sagt Roemer. Jetzt werde viel positiver übers Kleingärtnern berichtet.

"Wie auf einem Dorf"

In Lüneburg kostet ein Grundstück mit 400 Quadratmetern 60 Euro pro Jahr - plus Vereinsbeitrag und Versicherung. Und der Verpflichtung, den Garten in Schuss zu halten. Abstimmungsfragen über das Aufstellen von Trampolinen oder Swimmingpools gehören mit der gestiegenen Anzahl der Familien in der Kolonie inzwischen dazu. "Das ist wie auf einem Dorf, man muss mit der Nachbarschaft auskommen", sagt Roemer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.03.2021 | 16:00 Uhr

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